US-Präsident Donald Trump hat am Samstag Pläne gestrichen, Botschafter Steve Witkoff und Jared Kushner nach Islamabad zu senden, um mit Iran zu verhandeln, wie CNBC berichtete. Laut Axios, beruhend auf Angaben eines US-Beamten und zwei weiteren Quellen, hat Iran am Montag einen neuen Vorschlag unterbreitet, um den Hormuz-Straß zu öffnen und den Krieg zu beenden, wobei nukleare Gespräche zurückgestellt werden sollen.
Gespräche und Verhandlungen
Iranischer Außenminister Abbas Araghchi kehrte am Sonntag kurz nach Islamabad zurück, nachdem pakistanische Führungskräfte Gespräche zwischen Teheran und Washington wiederbeleben wollten. Trump sagte jedoch, dass Gespräche stattdessen telefonisch stattfinden könnten. Araghchi soll nach Moskau gereist sein, wie CNBC meldete.
Mediatoren arbeiten daran, US-Iran-Gespräche auf Ebene der Experten abzuhalten, um die strittigsten Themen zu klären. Die zentralen Punkte sind die Wiedereröffnung des Hormuz-Straits und die Urananreicherung in Iran. Sollten diese Gespräche erfolgreich sein, könnten sie den Weg für ein zweites Treffen auf hohem Niveau zwischen den USA und Iran ebnen, berichtete eine koreanische Quelle.
Eine weitere Quelle, die mit den Gesprächen vertraut ist, sagte, dass weder die USA noch Iran einen Krieg wollen. Eine US-Beamte, ebenfalls informiert über die Angelegenheit, teilte Bloomberg mit, dass eine Verlängerung des Waffenstillstands noch nicht gesichert sei und die USA diesen noch nicht zugestimmt hätten. Der von den USA und Iran vereinbarte Waffenstillstand von zwei Wochen endet am 21. Beide Seiten führten ein Treffen auf hohem Niveau in Islamabad, Pakistan, doch die Gespräche endeten ohne Ergebnis.
Marktreaktionen
Die Ölpreise stiegen am Montag leicht an, was aufgrund der anhaltenden Unsicherheit über die kritische Energieverbindung und den Iran-Krieg den Risikoaufschlag auf den Energiemärkten verstärkte. Die internationalen Referenzpreise für Rohöl Brent stiegen um rund 1 % auf 106,55 Dollar pro Barrel, während US-Rohöl um 0,88 % auf 95,23 Dollar pro Barrel zulegte.
Goldman Sachs rechnet nun damit, dass Ölpreise längerfristig auf einem höheren Niveau bleiben. Das Institut hob seine Prognose für Brent-Rohöl von 80 auf 90 Dollar pro Barrel bis Ende 2026 an, da Störungen im Persischen Golf länger andauern als ursprünglich angenommen. In einer am Montag veröffentlichten Notiz schrieb die Bank, dass eine Verzögerung bei der Normalisierung der Exporte aus dem Golf, die nun erst Ende Juni erwartet wird, sowie eine langsamere Erholung der Produktionskapazitäten die Versorgung stark einengen. Weltweite Vorräte schrumpfen demnach im April mit Rekordgeschwindigkeit um 11 bis 12 Millionen Barrel pro Tag. Diese Einschätzung teilen auch andere Marktbeobachter.
Trump-Reaktion und nächste Schritte
Präsident Donald Trump habe dem Vorschlag noch keine Antwort gegeben, der die wichtigste US-Maßnahme zur Sicherstellung der Beseitigung des iranischen Atombestandes beinhalten würde und Sicherheiten für die Zukunft bieten sollte, dass Teheran keine Urananreicherung betreibt oder Waffen herstellt, berichtete das Medium. Trump soll am Montag im Situation Room ein Treffen mit führenden Sicherheits- und Außenpolitik-Experten abhalten, um die aktuelle Lage und zukünftige Schritte zu besprechen.
Trump erwähnte in einem Interview mit Fox News, dass er die Blockade iranischer Häfen im Hormuz-Straß fortsetzen wolle, um Teherans Finanzen und Vorräte zu unterdrücken. „Sie sagen, sie hätten nur noch etwa drei Tage, bis das eintritt“, sagte er. Die Verhandlungen blieben am Wochenende blockiert. Trump stellte am Samstag einen geplanten Trip der Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Pakistan zurück, nachdem iranischer Außenminister Abbas Araghchi das Land ohne Treffen mit ihnen verlassen hatte.
„Ich sehe keinen Sinn darin, sie auf eine 18-stündige Reise zu schicken, in der aktuellen Situation. Das ist zu lang. Wir können es genauso gut telefonisch erledigen. Die Iraner können uns anrufen, wenn sie wollen. Wir reisen nicht einfach dorthin, um dort zu sitzen“, sagte Trump.
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