Janet Yellen. Die erste Frau, die mehrere führende US-Wirtschaftsämter innehatte, wird 2026 in die National Women’s Hall of Fame aufgenommen. Die 1969 in Seneca Falls, New York, gegründete Einrichtung nimmt jedes Jahr etwa gleich viele lebende und historische Frauen auf. Yellen, die unter anderem Präsidentin der Federal Reserve, Finanzministerin und Wirtschaftsberaterin im Weißen Haus war, bezeichnete die Auszeichnung als „sehr besonders“ und verband sie mit der größeren Geschichte des Fortschritts der Frauen in den USA.
Yellens historische Karriere und Einfluss
Yellen ist die einzige Person, die die sogenannten „drei großen“ US-Wirtschaftsämter bekleidet hat: Präsidentin der Federal Reserve, Finanzministerin und Präsidentin des Weißen Haus-Wirtschaftsrats. Ihre Karriere war von zahlreichen „Ersten“ geprägt, darunter die erste weibliche Präsidentin der Federal Reserve. In einem Gespräch mit Fortune reflektierte Yellen ihre Karriere, wobei sie betonte, dass sie sich oft als einzige Frau in akademischen und internationalen Meetings gefühlt habe. „Ich sehe mich als von den Generationen vor mir profitiert, die mich inspiriert haben“, sagte sie. „Und ich hoffe, meine Geschichte kann zukünftige Generationen inspirieren.“
Präsidenten-Einfluss und Übergabe der Macht
Yellens Weg zur Führung war nicht frei von politischer Kritik. Während des Nominierungsverfahrens für die Präsidentschaft der Federal Reserve im Jahr 2017 äußerte sich damaliger Präsident Donald Trump gemischt zu ihrer Kandidatur. „Ich mag sie und respektiere sie … aber ich möchte auch meinen eigenen Stempel darauf drücken“, soll Trump gesagt haben, wie koreanische Medien berichteten. Trump lobte auch andere Kandidaten, darunter Kevin Warsh, den er als „klugen Mann“ und „jemanden, der dazu passt“ bezeichnete. Am Ende entschied sich Trump jedoch für Jerome Powell anstelle Yellens für die Präsidentschaft der Federal Reserve. Dies markierte einen Wendepunkt in der US-Wirtschaftsleitung und spiegelte die politischen Umstände der Zeit wider.
Internationale Wirtschaftsdiplomatie und Sorge um US-Staatsverschuldung
Während Yellen in Washington tätig war, beteiligte sie sich auch an der internationalen Wirtschaftsdiplomatie. Bei einem kürzlichen Besuch in Vietnam traf sie sich mit führenden Persönlichkeiten, darunter Vizepräsident Trần Tuấn Anh und der Gouverneur der Vietnamischen Zentralbank, Nguyễn Thị Hồng. Die Gespräche konzentrierten sich auf die Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen, die Verbesserung der Lieferkettenresilienz und die Ausweitung der US-Investitionen in Hochtechnologien. US-Beamte hoben die Bedeutung Vietnams für die amerikanische Strategie im Indopazifik hervor.
Separat hat Federal Reserve-Präsident Jerome Powell Bedenken hinsichtlich der US-Staatsverschuldung geäußert, die kürzlich 39 Billionen Dollar erreichte. Powell warnte, dass die Verschuldung zwar keine unmittelbare Bedrohung sei, sich aber auf eine „nicht nachhaltige Bahn“ bewege und legislative Maßnahmen erfordere. „Wenn wir nicht bald handeln, werden wir kein gutes Ende haben“, sagte er. Er verlangte jedoch nicht nach einer vollen Tilgung, sondern plädierte für wirtschaftspolitische Maßnahmen, die schneller Wachstum als Schuldenansammlung fördern. Er betonte zudem, dass Wirtschaftspolitik nicht im Zuständigkeitsbereich der Federal Reserve liege, und räumte ein, dass solche Warnungen in Washington oft ignoriert würden.
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