Die 50-Prozent-Zölle der USA auf kanadische Importe, darunter Eishockeyschläger, Wein und Zement, traten am 22. August 2026 in Kraft. Damit eskaliert der Handelsstreit zwischen den beiden Ländern. Kanada kündigte daraufhin am 8. September 2026 Gegenmaßnahmen in Höhe von 20 Milliarden Dollar an, wie La Nación und WTTW berichteten. Betroffen sind Stahl, Aluminium und Milchprodukte.
Umfang und Auswirkungen der Zölle
Die US-Zölle sollen etwa fünf Prozent der jährlichen kanadischen Exporte in die USA treffen, was rund 20 Milliarden Dollar an Waren entspricht. Der kanadische Premierminister Mark Carney kündigte an, „dollar für Dollar“ Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Betroffen seien Produkte von Agrargütern wie Honig und Samen bis hin zu Konsumgütern wie Make-up, Kleidung und Möbeln, wie das Weiße Haus und La Nación berichteten.
Handelsbeziehungen und wirtschaftliche Bedenken
Experten warnen, dass höhere Zölle die Kosten für Unternehmen erhöhen und typischerweise zu höheren Preisen für Verbraucher führen. „Fast alle Branchen und Berufe werden wahrscheinlich von den Folgen dieses eskalierenden Handelsstreits betroffen sein“, sagte Augustine Lo von Dorsey & Whitney, wie La Nación berichtete. Der Handelskrieg, der nun im zweiten Amtsjahr Trumps andauert, verschärft die Unsicherheit für Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze.
Weitere Auswirkungen
Der Politikwissenschaftler Robert Gulotty von der University of Chicago bemerkte, dass Kanadas Haltung die Art und Weise verändern könnte, wie andere Länder mit den USA verhandeln. „Mark Carney hat den Standard gesetzt, den er von Ländern erwartet, die mit den USA verhandeln. Es geht darum, sich zu wehren, statt einfach amerikanischen Forderungen nachzugeben“, sagte Gulotty, wie WTTW berichtete.
Trump hat seit seiner Rückkehr ins Amt vor 17 Monaten Zölle zu einem zentralen Element seiner Wirtschaftspolitik gemacht. Am 2. April 2025 kündigte er umfassende „Freiheits-Zölle“ auf etwa 90 Länder an. Er behauptete, sie würden die USA auf ein gleichwertiges Niveau bringen nach Jahren, in denen er angeblich ungerechte Handelspraktiken betrieben habe. Ein Jahr später erklärte das Weiße Haus, diese Zölle hätten zu vorteilhaften neuen Abkommen beigetragen.
Die anhaltenden Handelskonflikte zwischen den USA und Kanada, die einst zu den stabilsten Handelsbeziehungen zählten, zeigen die Fragilität des internationalen Handels unter der aktuellen Politik. Da beide Länder Gegenmaßnahmen ergreifen, bleibt die Frage nach den weiterreichenden Folgen für die US-Handelsbeziehungen ein Thema der Sorge für Analysten und Unternehmen.
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