Der britische Rechtsextremist Milo Yiannopoulos wurde am Freitag aus den USA abgeschoben, nachdem er sein Visum überlaufen und Einwanderungsverhandlungen verpasst hatte, teilte das Department of Homeland Security (DHS) mit. Yiannopoulos wurde am Donnerstag am New Orleans International Airport festgenommen. Ein Einwanderungsrichter hatte ihm am 22. Juli einen Abschiebefristen erlassen. Der 41-Jährige war 2019 in die USA eingereist, blieb aber nach Ablauf seines erlaubten Aufenthalts dort.

Einwanderungsverstöße und Abschiebung

Laut einer Sprecherin des DHS „wählte Yiannopoulos es bewusst, sein Willkommen zu überstehen und damit gegen die Gesetze unseres Landes zu verstoßen.“ Sie fügte hinzu, die Regierung arbeite daran, „unberechtigte Einwanderer in unserem Land nicht länger fliegen zu lassen, außer sie fliegen aus dem Land hinaus, um sich selbst abzuschieben.“ Bei der Abschiebung hatte Yiannopoulos scheinbar keine Rechtsberatung.

Die Einwanderungsbehörde (ICE) nahm Yiannopoulos fest und hielt ihn bis zur Durchführung der Abschiebung. Das Department of Homeland Security teilte auf X mit, dass Yiannopoulos ein „illegaler Einwanderer“ sei und bestätigte die Abschiebung. Ein Foto von Yiannopoulos, der mittlerweile einen Bart trägt, wurde in den Post enthalten.

Kontroverse politische und kulturelle Figur

Yiannopoulos stieg zur prominenten Figur der Alt-Right-Bewegung und als scharfer Kritiker der politischen Korrektheit auf. Er war zentraler Redakteur der rechten Nachrichtenseite Breitbart während der US-Präsidentschaftswahl 2016 und unterstützte Donald Trump, den er als „Daddy“ bezeichnete. Yiannopoulos gründete während der Wahlen 2016 auch die Gruppe „Gays for Trump“. Im Jahr 2014 war er einer der führenden Stimmen in der antifeministischen „Gamergate“-Kampagne, die mit der Veröffentlichung von Privatdaten und der Verfolgung einer Videospiele-Journalistin einherging.

Yiannopoulos hat zahlreiche kontroverse Aussagen über LGBTQ-Themen und Rasse getätigt. 2017 löste er eine breite Empörung aus, als er in einem Interview Beziehungen zwischen Männern und Jungen verteidigte, was dazu führte, dass große Medien und Veranstaltungen ihre Zusammenarbeit mit ihm beendeten. Sein Buchvertrag bei Simon & Schuster wurde storniert, und er wurde von der Rednerliste der Conservative Political Action Conference (CPAC) gestrichen.

Verbindungen zu Kanye West und kultureller Einfluss

Er war fast zwei Jahre lang Chef von Yeezys, der Modefirma von Ye (früher bekannt als Kanye West), bevor er 2024 zurücktrat. Yiannopoulos war auch für seine jüngste Verbindung zum Rapper Ye bekannt. Sein Rücktritt wurde auf „moralische Gründe“ zurückgeführt, wobei Yiannopoulos selbst nicht als moralisch angesehen wird. Seine Absetzung hängt mit umstrittenen Themen um Ye zusammen, darunter seine Unterstützung von Donald Trump und ein Abendessen im November 2022 mit dem Rechtsextremisten Nick Fuentes auf Mar-a-Lago.

Vor seiner Abschiebung hatte Yiannopoulos Unterstützung für das Department of Homeland Security (DHS) ausgedrückt und vorgeschlagen, Kontrollpunkte der Einwanderungsbehörde an Supermärkten, Tankstellen und Regierungsgebäuden einzurichten, um illegale Einwanderung zu bekämpfen. Seine politischen Ansichten beinhalten auch Aufrufe zu traditionellen Werten und eine Ablehnung dessen, was er als „progressive“ soziale Normen betrachtet.