Nobelpreisträger Paul Krugman hat die wirtschaftlichen Folgen der Politik von Präsident Donald Trump kritisiert und betont, dass der Fokus auf militärischen Ausgaben zu Lasten der verletzbarsten Amerikaner gegangen ist. In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag auf Substack wies Krugman darauf hin, dass Trumps Entscheidungen, Schlüsselsozialprogramme zu kürzen und kostspielige militärische Operationen durchzuführen, die Armen besonders schaden.
Kosten des Krieges
Krugman verweist auf Trumps militärische Aktionen gegen Iran-gestützte Gruppen, einschließlich eines einstündigen Angriffs auf vermutete iranische Atomfacilitäten, als Beispiel für übermäßige Ausgaben. Er zitiert Linda Bilmes von der Harvard-Universität, die schätzt, dass Trumps Bombenkampagne gegen die Huthis im Jemen zwischen 2,76 und 4,95 Milliarden Dollar kostete. Allein die Operation Midnight Hammer, der einstündige Angriff, kostete zwischen 2,04 und 2,26 Milliarden Dollar.
Laut Krugman beinhaltet der aktuelle Krieg mit dem Iran nicht nur Bombenangriffe, sondern auch den Einsatz teurer Raketenabwehrsysteme, um US-Stützpunkte und Verbündete vor iranischen Drohnen und Raketen zu schützen. „In nur ein paar Tagen haben wir sicherlich Milliarden an Kosten verursacht“, schrieb er und warnte, dass die Kosten, wenn der Krieg weitergeht, auf 20 bis 30 Milliarden Dollar steigen könnten.
Finanzierungsprioritäten unter Beobachtung
Krugman stellte fest, dass Konservative oft die Bundesausgaben für Sozialprogramme kritisieren und behaupten, die USA könnten sich diese nicht leisten. Er argumentiert jedoch, dass Trumps One Big Beautiful Bill Act Kürzungen bei Nahrungsmittel- und Gesundheitsprogrammen veranlasst, obwohl Beweise zeigen, dass die langfristigen Kosten der Nichtversorgung deutlich höher sind als die Kosten für die Versorgung.
Er verglich die Kosten des Krieges mit der Finanzierung kritischer Sozialprogramme. Das Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP), ehemals als Lebensmittelmarken bekannt, kostet pro Empfänger im Durchschnitt etwa 2.400 Dollar jährlich. Das Children’s Health Insurance Program (CHIP), das unter Medicaid verwaltet wird, bietet umfassende Gesundheitsversorgung für etwa 3.000 Dollar pro Kind.
Krugman berechnete, dass das Ersatz von drei abgeschossenen Jets über Kuwait – jeder mit einem Wert von 97 Millionen Dollar – ungefähr so viel kosten würde wie die Nahrungsmittelhilfe für 125.000 Amerikaner oder die Gesundheitsversorgung für 100.000 Kinder. „Der Krieg könnte sehr wahrscheinlich 100-mal so viel kosten wie der Preis dieser Jets“, schrieb er.
Auswirkungen auf die Armen
Die Kürzungen bei der US-Sozialversicherungsbehörde (SSA), SNAP und den Subventionen für Obamacare haben die am meisten Bedürftigen in den USA direkt beeinflusst. Diese Programme bieten kritische Unterstützung für Millionen von niedrig verdienenden Einzelpersonen und Familien, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Not.
Krugman betonte, dass der Krieg mit dem Iran nicht nur teuer ist, sondern auch Ressourcen von notwendigen nationalen Programmen abzieht. „Wenn wir den Kosten dieses Krieges mit dem vergleichen, was wir für bedürftige Amerikaner ausgeben, dann ist klar, dass dieser Krieg extrem teuer ist im Vergleich zu anderen Möglichkeiten, mit diesen Mitteln umzugehen“, sagte er.
Analysten haben gewarnt, dass die langfristigen Folgen dieser Kürzungen schwerwiegend sein könnten. Ohne ausreichende Unterstützung könnten Millionen Amerikaner vermehrte Armut, Nahrungsmittelknappheit und fehlende Zugang zu Gesundheitsversorgung erleben. Die Auswirkungen werden wahrscheinlich am stärksten bei Kindern, Senioren und Menschen mit Behinderungen spürbar sein.
Laut dem US-Landwirtschaftsministerium lebten im Jahr 2022 etwa 10,5 Prozent der Amerikaner in Armut. Mit den kürzlich vorgenommenen Kürzungen bei SNAP und anderen Programmen könnte diese Zahl steigen. Das Congressional Budget Office (CBO) hat ebenfalls gewarnt, dass ohne Eingriffe die Kosten der Inaktivität in den nächsten zehn Jahren in Billionen von Dollar gemessen werden könnten.
Da der Konflikt mit dem Iran weitergeht, steht die Regierung unter wachsendem Druck, ihre Ausgabenprioritäten erneut zu prüfen. Mit dem bevorstehenden Haushaltszyklus und möglichen politischen Änderungen wird die Debatte über die Verteilung von Bundesmitteln wahrscheinlich weiterhin ein zentrales Thema in der US-Politik bleiben.
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