München — Die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez warnte auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor dem globalen Aufstieg autoritären Populismus. Reiche Demokratien müssten auf arbeiterschwerpunktmäßige Politik umsteuern, um greifbare Vorteile für einfache Bürger zu schaffen, sagte die New Yorkerin.
Die Demokratin, bekannt als AOC, sprach letzte Woche im Bayerischen Hof. Die Veranstaltung vom 16. bis 18. Februar zog über 400 Vertreter aus 40 Ländern an. Sie diskutierten Sicherheitsfragen inmitten der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten.
Ocasio-Cortez rückte die US-Innenpolitik in den Fokus. Teilnehmer verglichen München mit dem Iowa-Primaries. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom pries den Tech-Vorsprung seines Staates bei KI und Klimaschutz. Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer betonte die Wiederbelebung der Fertigungsindustrie im Mittleren Westen.
Die Abgeordnete aus dem Bronx-Distrikt sprach vor vollem Saal. „Wir können diesen Trend nicht mit der alten Elitenpolitik stoppen“, sagte Ocasio-Cortez laut Zuhörern. Wähler seien enttäuscht von leeren Versprechen. Das treibe Figuren wie Donald Trump voran.
Sie plädierte für Löhne, bezahlbaren Wohnraum und Gesundheitsversorgung. Solche Maßnahmen bauten Vertrauen in Demokratien wieder auf, erklärte sie. Ocasio-Cortez sitzt nicht in außenpolitischen Ausschüssen des Repräsentantenhauses. Dennoch schärft sie ihre geopolitische Botschaft.
Ihr Konzept des „klassenbasierten Internationalismus“ gewinnt unter Linken Zulauf. Liberale Bündnisse zerbrechen unter wirtschaftlichem Druck, argumentieren Befürworter. Nationalisten profitieren davon. Ocasio-Cortez nannte Trump nicht namentlich. Sein Bewegung typisiere Orte, wo Arbeitnehmer ignoriert würden.
Reaktionen fielen ideologisch auseinander. Europäische Sozialdemokraten stimmten zu. Zentrum-Rechte zweifelten an der Machbarkeit angesichts Haushaltszwänge. Ein deutscher Beamter nannte es anonym „erfrischend direkt, aber vage“.
Ocasio-Cortez tritt damit ihren jüngsten Kurswechsel fort. Sie mischte sich trotz hauspolitischem Fokus in außenpolitische Debatten ein. Letztes Jahr kritisierte sie US-Hilfspakete wegen fehlender Arbeitnehmer-Schutz. Nach der Rede spekulierte man über Präsidentschaftsambitionen für 2028. Ihr Team wies das zurück. Der Auftritt diene rein dem globalen Dialog.
Die Konferenz endete mit Zusagen zur Ukraine-Hilfe. Einigkeit über Populismus fehlte. Ocasio-Cortez verließ Deutschland am Samstag. Sie kehrte nach Washington zurück. Ihre Botschaft hallt nach, während Europäer die US-Wahlen beobachten.
Donald Trump plant ein Comeback. Joe Bidens Amtszeit neigt sich dem Ende zu. Ocasio-Cortez testet mit ihrem Aufruf zur klassenbasierten Solidarität transatlantische Bande. Die Besucherzahlen stiegen um zehn Prozent auf Rekordniveau. Nächstes Jahr findet die Konferenz in Washington statt.
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