Ölhandel platzierte Hunderte Millionen Dollar in Verträgen Minuten vor der Ankündigung von Präsident Donald Trump, Angriffe auf den Iran zu verschieben, berichtete die BBC — Der Schritt, der kurz vor einer Social-Media-Meldung des Präsidenten erfolgte, führte zu einem starken Rückgang der Ölpreise und stellte die Zeitpunkte der Handelsaktivitäten in Frage.
Steigerung des Handelsvolumens
Daten, die von der BBC überprüft wurden, zeigen, dass das Handelsvolumen um etwa 15 Minuten vor Trumps Social-Media-Meldung über die Verzögerung der Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur stark anstieg. Um 06:49 Uhr Ostküstenzeit platzierten Händler 734 Wetten auf WTI-Rohölverträge am New York Mercantile Exchange (Nymex), doch eine Minute später stieg diese Zahl auf 2.168, was etwa 170 Millionen Dollar an Verträgen entsprach.
Ähnliche Muster wurden bei den Handelsaktivitäten für Brent-Rohöl beobachtet, wobei das Handelsvolumen zwischen 06:48 und 06:50 Uhr Ostküstenzeit von 20 auf mehr als 1.650 stieg, was etwa 150 Millionen Dollar an Verträgen entsprach. Analysten betonten. Dass diese Steigerung des Handelsvolumens stattfand, obwohl keine klaren Hinweise auf ernsthafte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran vorlagen.
Fragen zur Insiderkenntnis
Die Zeitpunkte der Wetten stellten die Frage, ob sie mit vorabem Kenntnis der Präsidentenankündigung getätigt wurden. Analysten bemerkten. Dass die Wetten vor der Veröffentlichung der Präsidentenmeldung auf seiner Plattform Truth Social um 07:04 Uhr Ostküstenzeit stattfanden, in der er erklärte, dass die USA mit dem Iran ‘sehr gute und produktive Gespräche’ geführt hätten.
„Das wirkt ungewöhnlich. Sicher“, sagte Mukesh Sahdev, Chefölfanalyst bei XAnalysts. „Zu diesem Zeitpunkt gab es keine Hinweise darauf, dass zwischen den USA und dem Iran ernsthafte Gespräche stattfanden; Deshalb wirft es Fragen auf, so viel Geld darauf zu setzen, dass der Ölpreis fällt.“
Rachel Winter, Partnerin bei der Vermögensverwaltungsfirmen Killik & Co, fügte hinzu: „Direkt vor seiner Social-Media-Veröffentlichung tätigten viele Leute Verträge, die es ihnen ermöglichen würden, vom Rückgang des Ölpreises zu profitieren. Daher gab es Spekulationen über Insiderhandel.“
Märkterechaktionen und Implikationen
Die Ankündigung von Trump führte zu einem starken Rückgang der Ölpreise, wobei der Referenzpreis der USA auf bis zu 84 Dollar pro Barrel fiel. Später bestätigte die iranische Regierung jedoch, dass keine Gespräche stattgefunden hatten, und bezeichnete dies als „Fake News“. Die Ölpreise stiegen danach leicht wieder.
In einer Meldung auf X sagte der Vorsitzende des iranischen Parlaments, Mohammad-Bagher Ghalibaf: „Fake News wird genutzt, um die Finanz- und Öl Märkte zu manipulieren und den Teufelskreis zu verlassen, in dem sich die USA und Israel befinden.“
Die BBC hat sich an die US-amerikanische Finanzaufsichtsbehörde, die Commodity Futures Trading Commission, sowie an die Financial Conduct Authority in Großbritannien gewandt. Das Weiße Haus wurde ebenfalls um eine Stellungnahme gebeten, wobei ein Sprecher der Financial Times erklärte, dass es keine Verhandlungsbeamten dulde, die illegal von Insiderkenntnis profitieren.
Die Commodity Futures Trading Commission reagierte nicht auf eine Anfrage, und die Securities and Exchange Commission weigerte sich, Kommentare abzugeben. Dies ist nicht der erste Fall, in dem US-Außenpolitik mit einem Anstieg von Wettaktivitäten in Verbindung gebracht wird. Im Januar stiegen Wetten auf Polymarket, eine Krypto-basierte Vorhersageplattform, als Spieler auf den Ausfall des venezuelanischen Präsidenten Nicolás Maduro bis zum Ende des Monats setzten. Stunden später wurde er von amerikanischen Streitkräften festgenommen.
Eine Transaktion brachte mehr als 436.000 Dollar aus einem Einsatz von 32.537 Dollar. Das Muster der Handelsaktivitäten um Trumps Ankündigung hat Parallelen zu früheren Fällen, in denen sich Marktbewegungen eng mit politischen Entscheidungen verknüpften. Analysten fordern nun weitere Untersuchungen, um festzustellen, ob Insiderhandel stattgefunden hat.
Die globale Finanzwelt wurde von dem Nahost-Konflikt erschüttert, wobei Aktienkurse sanken, während die Kosten für Öl und Gas stiegen. Allerdings führten mehrere Male Hoffnungen auf ein Ende des Krieges zu volatilen Bewegungen, bei denen der Ölpreis stark fiel und die Aktienmärkte stiegen.
Am Samstag drohte Trump, die iranischen Kraftwerke zu „vernichten“, wenn der Iran nicht innerhalb von 48 Stunden den Hafen von Hormuz, durch den etwa 20 % der weltweiten Öl- und Gaslieferungen passieren, wieder öffnen würde. Der Markt war an diesem Tag geschlossen, doch fiel der Asien-Markt am Montagmorgen stark, während der Ölpreis begann, zu steigen.
Die ungewöhnliche Handelsaktivität hat sowohl von Regulierern als auch von Marktanalysten Aufmerksamkeit erregt, da sie Fragen zur Integrität der Finanzmärkte und dem potenziellen Insiderhandel aufwirft. Die Situation zeigt auch die wachsende Einflussnahme sozialer Medien auf finanzielle Entscheidungen und die Geschwindigkeit, mit der Informationen den Marktbewegungen beeinflussen können.
Da die Commodity Futures Trading Commission und die Financial Conduct Authority noch keine Kommentare abgegeben haben, bleibt die Angelegenheit weiterhin unter Untersuchung. Die potenziellen Implikationen für die Marktintegrität und die regulatorische Aufsicht sind erheblich, da der Vorfall ein Präzedenzfall für die Behandlung solcher Aktivitäten in der Zukunft sein könnte.
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts