Premierminister Narendra Modi erreichte Tel Aviv am 25. Februar für einen zweitägigen Besuch, der einen neuen Abschnitt in den Beziehungen zwischen Indien und Israel signalisiert. Dies ist sein zweiter Besuch in Israel innerhalb von acht Jahren, und die Gespräche werden sich voraussichtlich auf Verteidigung, Luftfahrt und künstliche Intelligenz konzentrieren. Der Besuch erfolgt inmitten globaler Spannungen um den Konflikt im Gazastreifen und steigender geopolitischer Veränderungen.

Vertiefte strategische Partnerschaft

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu kündigte Modis Besuch Anfang dieses Monats an und betonte die ‘riesige Allianz zwischen Israel und Indien’. Er hob Indiens Bevölkerung von 1,4 Milliarden und dessen wachsenden globalen Einfluss hervor. Modis erster Besuch in Israel im Jahr 2017 war historisch, da er der erste indische Premierminister war, der das jüdische Staat besuchte. Die beiden Führer haben seitdem eine warme Beziehung aufgebaut, wobei Netanyahu Indien 2018 besuchte.

Im Jahr 2020 enthielt sich Indien bei einer Resolution des UN-Sicherheitsrates, die israelische Aktionen im Gazastreifen verurteilte, was eine Änderung seiner früheren Haltung darstellt. Indische Beamte bezeichnen Hamas zunehmend als terroristische Organisation, ein Begriff, den sie früher vermieden haben. Laut Umfragen haben Israelis ein positives Bild von Indien, und pro-israelische Stimmungen haben sich in Indien verstärkt, wobei viele Israel als ‘erstklassigen strategischen Partner’ betrachten.

Der bilaterale Handel zwischen Indien und Israel erreichte 2024 etwa 10 Milliarden US-Dollar, ohne Verteidigung. Indien ist einer der größten Verteidigungskunden Israels und verantwortet 34 % aller israelischen Verteidigungsexporte zwischen 2020 und 2024. Die beiden Länder haben in Bereichen wie Wasser-Technologie, Nahrungsmittelsicherheit und militärische Ausrüstung, einschließlich Radar, Raketen und unbemannten Luftfahrzeugen (UAVs), zusammen gearbeitet.

Hochrangige Begegnungen und Verteidigungskooperation

Im Jahr 2025 besuchten israelische Minister für Tourismus, Wirtschaft, Landwirtschaft und Finanzen Indien, um den Grundstein für ein Freihandelsabkommen (FTA) zwischen den beiden Ländern zu legen. Im November 2025 unterzeichneten Indien und Israel ein historisches Abkommen zur Stärkung der Verteidigungs-, industriellen und technologischen Zusammenarbeit. Dies umfasst den Austausch fortschrittlicher Technologien, um die gemeinsame Entwicklung und Produktion von Verteidigungssystemen zu fördern.

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe (JWG) zwischen Israel und Indien traf sich im November 2025 in Tel Aviv. Das Treffen, geleitet von Generalmajor Amir Baram, Leiter der israelischen Verteidigungsministeriums, und Rajesh Kumar Singh, Verteidigungssekretär Indiens, konzentrierte sich auf die Vertiefung der Zusammenarbeit in Verteidigung, Technologie und Industrie. Baram erklärte, dass die Partnerschaft auf ‘tiefer gegenseitiger Vertrauenswürdigkeit und gemeinsamen Sicherheitsinteressen’ basiert.

Während einer besonderen Sitzung mit CEOs der israelischen Verteidigungsindustrie wurden innovative Technologien vorgestellt, einschließlich Ideen für gemeinsame Planung, Ausbildung und Verteidigungsindustrielle Zusammenarbeit. Schlüsselbereiche für die Zusammenarbeit umfassen Wissenschaft und Technologie, Forschung und Entwicklung, künstliche Intelligenz und Cyber-Sicherheit.

Im Februar 2026 besuchte eine Delegation der Society of Indian Defence Manufacturers (SIDM) Israel und unterzeichnete einen Vertrag (MoU) mit der israelischen International Defence Cooperation Directorate (SIBAT). Dieses Abkommen zielt darauf ab, die Verteidigungsindustrielle Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu stärken.

Indiens Rolle im Friedensrat

Der Friedensrat (BoP), eingerichtet vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, ist eine internationale Organisation, die sich für Friedenssicherungsbemühungen, insbesondere im Konflikt im Gazastreifen, einsetzt. Der Rat wurde im Januar 2026 während des Weltwirtschaftsforums offiziell eingerichtet. Trump leitete die erste BoP-Sitzung am 19. Februar 2026 in Washington, D.C., mit Beamten aus fast 50 Ländern.

Indien nahm als Beobachter teil, wobei Namgya C Khampa, der Chargé d’Affaires des indischen Botschafts in Washington, das Land vertrat. Indien machte deutlich, dass es bereit ist, mit dem BoP zusammenzuarbeiten, auch wenn es noch nicht bereit ist, ein vollwertiges Mitglied zu werden. Die USA haben 10 Milliarden Dollar für den BoP zugesagt, und neun weitere Mitglieder haben insgesamt 7 Milliarden Dollar für ein Nothilfepaket für den Gazastreifen zugesagt.

Obwohl der BoP Israel durch das potenzielle Ende des Krieges im Gazastreifen zugutekommen könnte, besteht seine Zusammensetzung aus Ländern mit gemischten oder feindlichen Haltungen gegenüber Israel, wie Katar, Türkei und Pakistan. Indiens vorsichtige Haltung spiegelt den Bedarf wider, regionale und globale Interessen auszugleichen, insbesondere im Kontext des Konflikts im Gazastreifen.

Im frühen Jahr 2026 genehmigte der indische Verteidigungsauswertungsausschuss den Kauf von 8,7 Milliarden Dollar an Verteidigungsgütern israelischer Unternehmen, einschließlich präzisionsgeleiteter Bomben, Luft-zu-Fläche-Raketen und Luft-geschossenen Ballistischen Raketen. Dieser Kauf umfasst Systeme von Rafael Defense Systems, Elbit Systems, Israel Aerospace Industries (IAI) und Rafael.

Die Verteidigungsbeziehungen zwischen Indien und Israel haben sich seit der Gründung diplomatischer Beziehungen im Jahr 1992 erheblich entwickelt. 1996 wurden formelle Verteidigungsbeziehungen geschlossen, und die Partnerschaft hat sich seitdem weiter gestärkt. Heute ist Israel ein führender Verteidigungslieferant für Indien, während es indische Fähigkeiten durch Technologietransfers fördert.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern umfasst die gemeinsame Entwicklung des Barak-8 MRSAM (Medium Range Surface-to-Air Missile), Drohnen und Radar-Systeme. Diese Bemühungen entsprechen Indiens Initiativen ‘Make in India’ und ‘Aatmanirbhar Bharat’ (Selbstständiges Indien), die darauf abzielen, die heimische Verteidigungsproduktion zu stärken.