Der Oberste Gerichtshof der USA hat Präsident Donald Trumps Zölle auf fast alle Importgüter für nichtig erklärt. Unternehmen und zwölf Staaten unter Führung demokratischer Generalstaatsanwälte hatten geklagt. Sie warfen vor, Trump habe das Gesetz von 1977 zum Internationalen Notstandswirtschaftsrecht missbraucht.
Richter John Roberts schrieb im Mehrheitsvotum, die Behörde lehne die Argumentation der Regierung ab. Das Gesetz erlaube laut Roberts keine unbegrenzten Zölle bei einer ‘ungewöhnlichen und außergewöhnlichen Bedrohung’. ‘Der Präsident beansprucht die außergewöhnliche Macht, einseitig Zölle unbegrenzten Umfangs, Dauer und Ausmaßs zu verhängen’, hieß es. Roberts forderte klare Kongresszustimmung.
Roberts stützte sich auf die ‘Major-Questions-Doktrin’. Sie verlangt klare gesetzliche Formulierungen bei weitreichenden wirtschaftlichen Maßnahmen der Exekutive. Er verwies auf Urteile gegen Bidens Studienkreditenerlass, Mietmoratorium und Umweltauflagen für Kraftwerke. Kongresspraxis belege enge Grenzen bei Zollbefugnissen. ‘Was der gesunde Menschenverstand andeutet, bestätigt die Praxis des Kongresses’, schrieb Roberts.
Richter Brett Kavanaugh dissentierte zusammen mit Clarence Thomas und Samuel Alito. Zölle seien ein ‘traditionelles und übliches Mittel zur Regulierung von Importen’, argumentierte er. ‘Die hier strittigen Zölle mögen kluge Politik sein oder nicht. Als Sache von Text, Geschichte und Präzedenzfall sind sie klar rechtmäßig’, erklärte Kavanaugh.
Kavanaugh warnte vor Problemen bei Milliarden an bereits eingezogenen Zöllen. Tausende Firmen klagten auf Rückerstattung. Trump hatte das Gesetz Anfang 2025 aktiviert.
Das 6:3-Urteil der konservativen Mehrheit ist die erste vollständige Zurückweisung einer Trump-Politik in seiner zweiten Amtszeit. Niedrigere Instanzen, darunter das Berufungsgericht für den Bundeskreis, hatten Kläger wie Learning Resources und V.O.S. Selections gestützt. Trump hatte vorläufige Einstellsungen erwirkt.
Trump rechnete mit über 2 Billionen Dollar Zolleinnahmen in einem Jahrzehnt. Er nutzte separate Zölle gegen Mexiko, Kanada und China gegen Fentanylströme. Behörden warnten vor ‘katastrophalen Folgen’ für Sicherheit, Außenpolitik und Wirtschaft.
Regierungsvertreter versprachen Alternativen wie Sicherheitszölle oder Vergeltungsmaßnahmen. Einzelhändler und Importeure sehen anhaltende Unsicherheit bei Kosten.
Candace Laing, Präsidentin der Canadian Chamber of Commerce, nannte das Urteil einen Rechts Sieg. ‘Kanada sollte sich auf neue, direktere Mechanismen vorbereiten, um Handelsdruck auszuüben, potenziell breiter und störender’, teilte sie mit.
William Bain, Leiter Handelspolitik bei den British Chambers of Commerce, betonte andere Rechtsgrundlagen für Stahl- und Aluminiumzölle. ‘Das Urteil klärt Präsidentenbefugnisse, räumt aber das Geschäftsumfeld nicht auf’, sagte Bain.
Die drei liberalen Richterinnen Elena Kagan, Sonia Sotomayor und Ketanji Brown Jackson stimmten dem Ergebnis zu, nicht der Begründung. Kagan hielt Zölle allein nach Gesetzestext für ungültig, ohne volle ‘Major-Questions’-Doktrin.
Umfragen zeigen breite Ablehnung der Zölle. Sie trieben Preise für Verbraucher und Firmen hoch. Kleine Unternehmen argumentierten, ‘regulieren’ bedeute nicht ‘besteuern’. Das sei Kongressvorrecht. Das Justizministerium nannte Maßnahmen regulatorisch trotz Trumps Einnahmeversprechen.
Der Kongress erließ das Gesetz 1977 nach Watergate gegen Exekutivübergriffe, vor allem für Sanktionen. Trump dehnte es auf Fertigungsrückgang durch Handelsungleichgewichte aus.
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