Drei führende Immobilienmakler aus New York, darunter die Zwillinge Oren und Alon Alexander sowie ihr älterer Bruder Tal Alexander, wurden nach einem fünfwochenlangen Bundesverfahren in Manhattan wegen Zwangsprostitution verurteilt. Das Urteil, das am Montag gefällt wurde, folgte Aussagen von elf Frauen, die erklärten, von den Brüdern vergewaltigt und mit Drogen betäubt worden zu sein. Die Verurteilung markiert einen bedeutenden rechtlichen und sozialen Meilenstein im Kampf gegen Zwangsprostitution.

Einfluss auf Opfer und das Rechtssystem

Die Brüder, die einst zu den erfolgreichsten Luxusimmobilienmaklern des Landes gehörten, wurden wegen 19 Anklagen verurteilt, darunter Verschwörung zur Zwangsprostitution, sexueller Mißbrauch und Ausbeutung von Minderjährigen. Richterin Valerie E. Caproni hat die Verurteilung für den 6. August angesetzt. Die Brüder, die seit ihrer Verhaftung im Dezember 2024 in Untersuchungshaft sind, sollen lebenslängliche Haft verbüßen.

Während des Verfahrens beschrieben die Opfer, wie sie von den Brüdern in Clubs, Partys und auf kostenfreie Reisen gelockt wurden, die ihre Reichtümer und Einfluss nutzten, um junge Frauen anzuziehen. Die Anklagebehörde sagte, mehr als 60 Frauen hätten sich gemeldet und erklärten, von einem oder mehreren Brüdern sexuell missbraucht worden zu sein. Eine Frau gab zu Protokoll, dass sie die Brüder bei einer Party im Manhattan-Apartment des Schauspielers Zac Efron im Jahr 2012 traf und am nächsten Tag einen nackten Aaron Alexander über sich stehen sah.

Viele Opfer beschrieben, wie sie sich nach der Drogenverabreichung das Gefühl verloren hatten, Kontrolle über ihren Körper zu haben. Eine Frau gab zu Protokoll, 2017 in Aspen, Colorado, von Alon Alexander vergewaltigt worden zu sein, als sie 17 Jahre alt war. Sie sagte, sie sei die Tochter eines Milliardärs und erklärte den Geschworenen: „Ich will ihr Geld nicht. Ich will nur, dass sie es nicht haben.“

Rechtliche und öffentliche Reaktion

Die Verurteilung ist ein großer Sieg für die Anklage, die lange Schwierigkeiten hatte, Verurteilungen in Fällen von Zwangsprostitution zu erreichen. Der US-Bevollmächtigte Jay Clayton lobte das Urteil und nannte es einen Schritt in Richtung Lösung von Verbrechen, die oft nicht gemeldet oder bestraft werden. „Die Wahrheit ist, dass Zwangsprostitution und andere Bundesvergehen in allen Schichten der Gesellschaft vorkommen, aber wir haben nicht genug getan, um sie zu beseitigen“, sagte Clayton in einer Erklärung.

Die Verteidigung bleibt jedoch bestimmt, das Urteil anzufechten. Marc Agnifilo, der Verteidiger von Oren Alexander, sagte: „Wir glauben an die Unschuld unseres Mandanten und werden nicht aufhören, bis wir gewinnen, und wir glauben, dass wir eines Tages gewinnen werden.“

Die Verteidiger argumentierten, dass die Ankläger unzuverlässige Erinnerungen haben oder finanziellen Gewinn suchten. Sie gestanden zu, dass die Brüder Frauen umschwirrten, behaupteten jedoch, dass alle sexuellen Begegnungen freiwillig waren. Howard Srebnick, der Anwalt von Alon Alexander, sagte, das Verhalten der Brüder könne „unangenehm“ sein, aber kein Verbrechen darstellen.

Die Anklage präsentierte ein Video, in dem Oren Alexander scheinbar eine 17-jährige, unter Drogen stehende Person vergewaltigt. Das Video war ein zentraler Beweis für seine Verurteilung wegen sexueller Ausbeutung einer Minderjährigen. Der Fall hat nationale Aufmerksamkeit erregt, da die Brüder einst als „A-Team“ im Luxusimmobilienmarkt bekannt waren.

Weitere Auswirkungen und nächste Schritte

Das Verfahren hat Diskussionen über die Verbreitung von Zwangsprostitution in hochrangigen sozialen Kreisen erneut entfacht. Die Anklagebehörde sagte, die Brüder hätten ihre Reichtümer genutzt, um Opfer, darunter junge Frauen, zu exklusiven Veranstaltungen und Reisen zu locken. Der Fall hat auch Fragen zur Verantwortung mächtiger Personen in der Unterhaltungs- und Immobilienbranche aufgeworfen.

Mit der Verurteilung am 6. August hat die Rechtsvertretung der Brüder angekündigt, das Urteil anzufechten. Der Fall wird als Präzedenzfall für zukünftige Zwangsprostitution-Prozesse, insbesondere solche mit hochrangigen Angeklagten, erwartet.

Verfechter der Opfer haben die Verurteilung gelobt und sie als lang ersehnten Moment der Gerechtigkeit bezeichnet. „Wenn ein Kind mit einem Stock herumrennt und Leute schlägt, nimmst du ihm den Stock weg“, sagte Lindsey Acree, eine Künstlerin, die gegen die Brüder ausgesagt hat. „Geld ist ihr Stock, also nimm es weg, damit sie andere nicht mehr verletzen können.“

Das Verfahren hat auch Auswirkungen auf die Rechtswelt gehabt, da die Verteidigungsteam, das zuvor den Rapper Sean „Diddy“ Combs vertreten hat, in diesem Fall ein anderes Ergebnis erzielt hat. Combs wurde im letzten Sommer von den schwersten Anklagen freigesprochen, ist jetzt jedoch zu einer vierjährigen Haftstrafe wegen Transport zur Prostitution verurteilt.

Der Fall der Alexander-Brüder hat die Herausforderungen bei der Verfolgung von Zwangsprostitution hervorgehoben, insbesondere wenn Opfer sich nicht meldeten. Die Verurteilung wurde jedoch als Sieg für Opfer und als Zeichen verstanden, dass solche Verbrechen nicht ungestraft bleiben, unabhängig vom Status oder dem Reichtum des Angeklagten.