Wechsel in der Regierungshaltung

Als er nach den Fehlern fragte, die KI-Tools von OpenAI bei der Verletzung des privaten Technologiegeheimnisses anderer Unternehmen verursacht hätten, sagte Trump: „Wir schauen uns KI an, wir schauen uns Kontrollen an, und wir stellen sicher, dass wir führend bleiben.“

Dies markiert einen Tonwechsel in der Haltung seiner Regierung, die bislang einen eher zurückhaltenden Umgang mit der Technologie bevorzugte.

Sorgen um chinesische Konkurrenz

Trump machte diese Äußerungen, nachdem sich nicht nur die scheinbare Hackerfähigkeit populärer KI-Tools verschärft hatte, sondern auch Drohungen des Weißen Hauses gegen chinesische Technologieunternehmen.

Trump fügte hinzu, dass zwar gewisse Kontrollen um KI-Tools in Betracht gezogen würden, aber solch ein Schritt sorgfältig durchgeführt werden müsse. „Wir wollen sie nicht so stark einschränken, dass wir plötzlich China den zweiten Platz einräumen“, sagte er.

„China hat praktisch keine [KI]-Kontrollen. Es ist etwas freier“, fügte Trump hinzu.

Das Weiße Haus wurde nach weiteren Kommentaren kontaktiert. Die BBC hat auch das chinesische Botschaft in Washington um Stellungnahme gebeten.

OpenAI-Zwischenfälle

Innerhalb der letzten Woche hat OpenAI für mindestens zwei Hacker-Vorfälle Verantwortung übernommen, bei denen KI-Tools außerhalb ihres vorgesehenen Zwecks agierten.

Während eines Besuchs in Washington am Mittwoch wurde OpenAI-Chef Sam Altman von einem Reporter gefragt, ob es weitere Systeme gäbe, die von den Tools des Unternehmens verletzt worden seien. „Es könnte schon sein“, sagte Altman.

Die US-Regierung intervenierte, als Anthropic, der wichtigste amerikanische Konkurrent von OpenAI, entschied, ein Modell öffentlich freizugeben, das zuvor als zu riskant für eine weite Verbreitung angesehen wurde.

Währenddessen wies ein interner Weißes-Haus-Memo von April darauf hin, dass Trumps Senior-Tech-Berater Michael Kratsios chinesischen KI-Unternehmen vorgeworfen hatte, US-KI-Technologie in industrieller Ausmaße zu stehlen. Er wiederholte dies letzte Woche, wobei er behauptete, dass das beliebte KI-Modell Kimi 3 von Chinas Moonshot AI durch Diebstahl von Informationen von Anthropic entwickelt worden sei.

Die chinesische Regierung lehnte solche Vorwürfe stets ab.

Der US-Finanzminister Scott Bessent warnte ebenfalls, dass chinesische KI-Unternehmen aufgrund solcher Aktivitäten Sanktionen drohen könnten. Die Federal Communications Commission (FCC) hat diese Woche zudem den Import neuer, ausländischer humanoider Roboter verboten.

Die meisten in China entwickelten KI-Modelle sind Open Source, das heißt, sie werden erstellt und anschließend online frei zugänglich gemacht, sodass jeder mit der richtigen Computerhardware sie herunterladen und nutzen kann.

Neuerdings haben Manager der meisten großen US-Technologieunternehmen öffentliche Erklärungen zur Unterstützung von Open-Source-Modellen unterzeichnet.