Finanzminister Scott Bessent erklärte am Donnerstag, die USA würden den Iran durch Sanktionen wirtschaftlich unter Druck setzen, was möglicherweise große militärische Operationen überflüssig mache. „Wenn wir maximale wirtschaftliche Druckmittel einsetzen, dann bedeutet das wahrscheinlich, dass es keinen groß angelegten militärischen Neuanfang geben wird“, sagte Bessent im Gespräch mit CNBC. Diese Strategie folgt auf Donald Trumps Erklärung auf Truth Social, dass die USA große Strafen gegen Länder verhängen werde, die dem Iran eine ‘jede Form von Lebenslinie’ anbieten.

Wirtschaftlicher Druck als strategisches Instrument

Bessent betonte, die USA würden den Iran wirtschaftlich isolieren und nannte dies die „größte koordinierte wirtschaftliche Isolierung in der Geschichte der Welt“. Er kündigte an, die USA würden ihren Verbündeten sagen: „Ihr seid entweder mit uns oder gegen uns.“ Wenn Länder weiterhin Handel mit dem Iran betreiben, Geld transferieren, Öl kaufen oder Seetransporte ermöglichen, werde das US-Finanzministerium „seine gesamte Macht und Kraft einsetzen, um gegen euch vorzugehen“, sagte Bessent.

Diese Maßnahmen sollen den Bedarf nach einem „groß angelegten militärischen Neuanfang“ des Konflikts mit dem Iran minimieren, erklärte Bessent. Die USA und Israel begannen im Februar einen Krieg mit dem Iran, wobei die USA betonten, die Angriffe seien dazu gedacht, den Iran daran zu hindern, Atomwaffen zu entwickeln. Teheran hat dies stets bestritten. Seitdem hat der Iran US-Stützpunkte, Israel und Golfstaaten angegriffen und den Hormuz-Straßengürtel weitgehend geschlossen, eine kritische Wasserstraße für 20 Prozent des weltweiten Ölexport und Flüssiggas. Dies führte zu erheblichen Preisschwankungen auf den globalen Märkten.

Historischer Kontext und Waffenstillstandsversuche

Die USA und der Iran einigten sich im April und erneut im Juni auf einen Waffenstillstand, um Verhandlungen zum Ende des Krieges zu ermöglichen. Beide wurden jedoch wiederholt gebrochen, und Gespräche scheinen sich festgefahren zu haben. Anstelle eines erneuten Krieges bereitet Trump eine Maßnahme vor, die er als „die drastischste wirtschaftliche Operation, die jemals gegen ein Land durchgeführt wurde“ bezeichnet.

Trump beschrieb das Vorgehen als „WIRTSCHAFTLICHES D-DAY“ und forderte Verbündete auf, die USA bei der Isolierung und dem Sieg über die Iran-Bedrohung zu unterstützen. Er warnte, Länder, die wirtschaftlich Unterstützung für den Iran leisten, würden „ernste wirtschaftliche Konsequenzen“ erleben.

Internationale Reaktionen und wirtschaftliche Auswirkungen

Nach Bessents Interview mit CNBC stiegen die Ölpreise, was Sorgen über die möglichen globalen wirtschaftlichen Auswirkungen der US-Strategie widerspiegelt. Bessent kündigte an, am Montag eine Pressekonferenz abzuhalten, um das Vorgehen näher zu erläutern. Die US-Strategie beinhaltet, Verbündete zu zwingen, zwischen Zusammenarbeit mit den USA und weiterem Handel mit dem Iran zu entscheiden.

Der Krieg zwischen den USA und dem Iran hat mittlerweile sein sechstes Monat erreicht, ohne dass eine klare Lösung in Sicht ist. Trump hat bislang keine Fortschritte in Richtung diplomatischer oder militärischer Erfolge angekündigt. Bessents Aussagen signalisieren einen Wechsel hin zu Wirtschaftskrieg als primärem Mittel zur Bewältigung des Konflikts mit dem Iran.