Der deutsche Rundfunk ZDF hat laut BBC einen Teil eines Berichts gelöscht, der behauptete, der Tech-Milliardär Elon Musk habe gefordert, Migranten in Nordirland zu jagen. ZDF räumte ein, dass seine Formulierung „irreführend“ war. Musk teilte mit, dass gegen ZDF aufgrund der „unglaublichen Lügen“ rechtliche Schritte eingeleitet würden.

Unruhen in Belfast ziehen internationale Aufmerksamkeit auf sich

Am vergangenen Wochenende brach in Belfast Gewalt aus, nachdem in einer Straße im Norden der Stadt ein Messerangriff verübt wurde. Der Verletzte erlitt schwere Blessuren, darunter den Verlust seines linken Auges. Dies führte zu Unruhen in Belfast, bei denen Wohnungen und Fahrzeuge in Brand gesetzt wurden.

Die jüngsten Unruhen in Nordirland zogen internationale Aufmerksamkeit auf sich, auch in Deutschland, wo Migration ein stark umstrittenes Thema ist. In der mittlerweile gelöschten Einleitung des Berichts hieß es: „Eine versuchte, brutale Ermordung auf einer Straße in Belfast. Jemand filmt das und der Clip geht viral. Daraufhin jagt eine rassistische Menge Migranten. Diese Aufforderung kam von einem britischen Rechtsextremisten und Tech-Milliardär Elon Musk.“

Die Rolle von Tommy Robinson im Streit

Der bekannte britische Rechtsextremist Tommy Robinson teilte am 9. Juni auf dem sozialen Netzwerk X, das Elon Musk gehört, mit, dass „die gesamte Vereinigtes Königreich heute um 19 Uhr auf die Straßen geht, nachdem ein weiterer Einwandererangriff auf unser Volk stattgefunden hat“. Er bestreitet jedoch, dass er Demonstrationen angemacht habe.

Musk kündigte an, rechtliche Schritte einzuleiten, nachdem der Journalist Julian Reichelt, der für die relativ neue Nachrichtenplattform NiUS schreibt, den Bericht von ZDF veröffentlicht hatte. ZDF teilte der BBC am Dienstag mit, dass Elon Musk über ein deutsches Rechtsanwaltsbüro eine „Abmahnung“ verlangt habe.

Reaktionen auf die Kontroverse

„ZDF hat die Erklärung abgegeben und den fraglichen Abschnitt aus der Einleitung gelöscht“, sagte ein Sprecher des Senders. „ZDF hatte bereits am Samstag eine korrigierende Transparenznotiz zum Bericht hinzugefügt.“ Vor der endgültigen Löschung der Einleitung hatte ZDF eine Klarstellung abgegeben, dass die Formulierung „ungenau und daher irreführend“ gewesen sei.

In einer Erklärung fügte ZDF hinzu: „Tommy Robinson rief nach dem Messerangriff in Belfast zu Demonstrationen auf. Der Post wurde von Elon Musk geteilt.“ Der Tech-Milliardär, der auch Tesla und SpaceX besitzt und über 240 Millionen Follower auf X verfügt, wurde bereits wiederholt vorgeworfen, mit seiner enormen Reichweite auf sozialen Medien Spannungen zu schüren oder Desinformation zu verbreiten.

Der britische Premierminister Sir Keir Starmer kritisierte Elon Musk kürzlich dafür, dass er versuche, „Unterschiede zu schüren“ im Zusammenhang mit dem Mord an Henry Nowak, einem 18-jährigen Studenten, der von der Polizei gefesselt auf dem Boden lag, als er in Southampton verstarb. Sein Täter, Vickrum Digwa, behauptete, er sei Opfer eines rassistischen Angriffs gewesen. Nach dem Angriff in Belfast wies Musk vehement auf die Behauptung hin, dass soziale Medien die Spannungen verschärft hätten, und schrieb am 10. Juni: „Es sind ‘mörderische Migranten’, die unschuldige Menschen in ihrer Heimatstadt angreifen, die Leute wütend machen, nicht ‘soziale Medien’!“

Das US-basierte Center for Countering Digital Hate stellte kürzlich fest, dass soziale Medien eine „wichtige Rolle“ bei der Eskalation der Gewalt in Belfast gespielt hätten, und behauptete, Musk habe „anti-migratorische Narrative“ verbreitet und sie so auf Millionen von Nutzern ausgeweitet.