CHICAGO – Die Aktie von AbbVie Inc. (NYSE: ABBV) ist still, aber kontinuierlich gestiegen und zieht neue Aufmerksamkeit von Händlern und langfristigen Investoren an, die auf das wachsende Medikamentenportfolio setzen. Der pharmazeutische Riese meldete in seinem jüngsten Quartalsbericht starke Umsatzwachstumsraten für die neuen Immuntherapien Skyrizi und Rinvoq, die den Rückgang der ehemaligen Blockbuster Humira kompensieren, nachdem generische Konkurrenten den Markt erobert haben.

Laut Marktdaten stieg der Kurs bis Freitag auf 193,10 Dollar, was einem Anstieg von 172 Dollar vor einem Monat entspricht. Analysten von Institutionen wie JPMorgan und BofA Securities erhöhten ihre Kursziele, da AbbVie 7,1 Milliarden Dollar freier Cashflows im Jahr 2023 erzielte und ein Portfolio mit 90 Programmen in den Bereichen Onkologie, Neurologie und Immunologie vorweisen kann.

Der Hype konzentriert sich auf das Potenzial von AbbVie im stark wachsenden Markt für Medikamente gegen Übergewicht. Unternehmensführer hoben in einer Januar-Telefonkonferenz mit Investoren Phase-3-Studien für Emraclidine, ein Medikament gegen Schizophrenie, sowie frühe Entwicklungen für Übergewichtsmedikamente hervor. „Wir sind in der Lage, den Wind im Rücken zu haben, wenn es um Übergewicht und Onkologie geht, ohne uns auf ein einzelnes Produkt zu verlassen“, sagte CFO Robert Michael in der Konferenz.

Humira, das einst jährlich 20 Milliarden Dollar Umsatz für rheumatoide Arthritis und Morbus Crohn erzielte, verlor letztes Jahr 40 % seines US-Umsatzes auf 8,7 Milliarden Dollar, da Generika den Markt überschwemmten. Skyrizi-Umsätze stiegen 2023 auf 7,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 48 %, während Rinvoq auf 4,1 Milliarden Dollar verdoppelt wurde, wie im jährlichen Bericht der Firma erwähnt wird. Diese Immuntherapien machen nun 45 % des Gesamtumsatzes aus.

Onkologie trägt eine weitere Schicht bei. AbbVies investigatives Medikament Telisotuzumab Vedotin schreibt in Studien zur Lungenkrebsbehandlung Fortschritte, mit Erwartungen an Daten im zweiten Halbjahr 2024. Die Ästhetikabteilung, angetrieben von Botox, meldete 5,7 Milliarden Dollar Umsatz, was stabile Cashflows für Forschung und Fusionen wie den 8,7 Milliarden Dollar teuren Kauf von ImmunoGen im Februar für Antibody-Drug-Conjugates bereitstellt.

AbbVie hält einen Dividendenrendite von 3,2 % und hat 52 Jahre in Folge Dividenden erhöht. Der Vorstand genehmigte im Oktober eine Erhöhung um 5,8 % auf 1,55 Dollar pro Aktie pro Quartal. Institutionelle Investoren halten 70 % der Anteile, darunter Vanguard Group mit einem Anteil von 8,9 %, wie Unterlagen zeigen.

Trotzdem bestehen Risiken. Die US-Medikamentenpreisreformen unter dem Inflation Reduction Act begrenzen Verhandlungen mit Medicare für teure Medikamente, was 2026 möglicherweise die Gewinnmargen beeinträchtigen könnte. Klinische Studienversagen könnten Gewinne zunichtemachen; ein kürzlicher Fehlschlag in der Neurologie verlor am vergangenen Monat 2 % des Kurses in einem Tag.

Analysten bleiben optimistisch. Die Konsensmeinung von 24 Institutionen, die von Bloomberg verfolgt werden, setzt einen Durchschnittskursziel von 192 Dollar, mit 20 „Buy“-Bewertungen. „AbbVies diversifiziertes Portfolio und die Dividendendisziplin machen es zu einem Kernbestandteil“, schrieb Leerink Partners in einer Notiz im Februar.

Social Media spiegelt die Aufteilung wider. Auf Reddit’s r/stocks loben Nutzer die Dividenden: „ABBV zahlt mir dafür, dass ich auf Erfolge im Portfolio warte.“ Andere warnen vor Konkurrenz durch Mounjaro von Eli Lilly und Ozempic von Novo Nordisk im Bereich Übergewicht.

Für US-Investoren wird AbbVie über NYSE über Apps wie Robinhood oder Fidelity gehandelt. Aktien erfordern Standardbrokerkonten; Dividenden werden automatisch nach dem Ex-Datum gutgeschrieben, als nächstes am 15. Mai.

Der Aufschwung fällt mit der Umstellung auf den Gesundheitssektor zusammen, während der Markt volatil bleibt. AbbVie übertraf das S&P 500 Healthcare-Index um 8 Punkte bislang im Jahr. Manager erwarten für 2024 eine angepasste Gewinn pro Aktie von 18,10 bis 18,40 Dollar, was über dem Wall Street-Schätzung von 18,09 Dollar liegt.

Das Portfolio bietet langfristige Wachstumschancen. Mehr als 20 Phase-3-Studien laufen parallel, einschließlich Kombinationen von Venetoclax für Blutkrebs und Erweiterungen von Upadacitinib. Erfolge hier könnten 5-7 % jährliche Umsatzwachstum bis 2027 erzielen, wie von der Firma angegeben.