China hat nach einer sofortigen und vollständigen Beendigung der Kämpfe zwischen den USA und Iran gerufen, wie eine Erklärung des chinesischen Auswärtigen Amtes zeigt. Der chinesische Außenminister Wang Yi betonte dabei die Notwendigkeit eines fairen und umfassenden Abkommens. Der Krieg, der am 28. Februar begonnen hat, hat die regionale Energieinfrastruktur und globale Öl- und Gasversorgung unterbrochen.

Irans diplomatische Annäherung an China

Der iranische Außenminister Hossein Amir-Abdollahian besuchte Peking. Es war sein erster persönlicher Besuch in China seit Ausbruch des Krieges. Amir-Abdollahian hatte sich seit Beginn der Kämpfe telefonisch mindestens dreimal mit Wang unterhalten. Laut der Al Jazeera-Journalistin Katrina Yu hat Iran während des Treffens seine Position zum Krieg dargelegt, seine Beziehungen zu China bekräftigt und weitere wirtschaftliche und diplomatische Unterstützung gesucht.

Der Zeitpunkt des Besuchs ist von Bedeutung, da US-Präsident Donald Trump nächste Woche China besuchen wird. Die iranische Delegation betonte außerdem ihre Anerkennung der Rolle Chinas bei Friedensbemühungen und dessen Wunsch nach einer verhandelten Lösung mit den USA. Berichten zufolge hat die Regierung Trump Peking aufgefordert, Iran zu beeinflussen, den Hormuz-Strait wieder zu öffnen.

Humanitäre und strategische Auswirkungen

China hat 200.000 Euro an Notfallhilfe für Iran angekündigt, um Familien von Kindern zu unterstützen, die bei einem Angriff auf eine Grundschule in Minab, südliches Hormozgan, ums Leben kamen. Laut dem chinesischen Sprecher des Auswärtigen Amtes, Lin Jian, spiegelt diese Hilfe Chinas Engagement für ein gemeinsames Zukunftsvorhaben der Menschheit wider und zeigt dessen Bemühungen, Frieden und Stabilität in der Region zu fördern.

Laut dem UN-Flüchtlingshochkommissar wurden allein in Iran über 1.300 Menschen getötet, wobei zwischen 600.000 und einer Million Familien vertrieben wurden. In Teheran wurden bis zum 16. März 503 Menschen getötet und 5.700 verletzt, teilten lokale Rettungsdienste mit.

Analysten vermuten, dass die US-Militärverwicklung im Nahen Osten ihre Fähigkeit, langfristige Konflikte in der Region zu bewältigen, geschwächt hat. Der Krieg hat zudem die Aufmerksamkeit der USA von Asien abgelenkt, wo Spannungen mit China bestehen. Laut der New York Times hat die USA bereits große Mengen an Munition in dem Konflikt verbraucht, was Reserven erschöpft, die für künftige Streitigkeiten mit China benötigt werden könnten.

Trump-Kommentare und Marktreaktionen

US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview mit CBS News angemerkt, dass der Krieg mit Iran „so gut wie“ vorbei sei. „Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, keine Luftwaffe“, sagte Trump, was darauf hindeutet, dass der Konflikt einem natürlichen Ende zusteuert. Iran lehnte Trumms Behauptungen ab, wobei die Revolutionsgarde betonte, dass „die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Kriegs in der Hand der islamischen Republik liegen“, wie die Nachrichtenagentur Tasnim meldete.

Nach Trumms Äußerungen reagierten die globalen Aktienmärkte positiv. Der Nikkei 225-Index in Japan stieg um etwa 3 Prozent, der Kospi-Index in Südkorea um 5,5 Prozent, und auch die chinesischen Indizes Hang Seng und CSI-300 stiegen. Auf den Energiemärkten sank der Preis für Rohöl (Brent) auf 89,20 Dollar pro Barrel, ein Rückgang von etwa 30 Dollar gegenüber der Vorwoche, wie Daten von WEB.DE zeigen.