BRICS-Länder schaffen alternative Zahlungsmittel, die das Energiefinanzierungssystem in Afrika verändern könnten, indem sie die Abhängigkeit vom US-Dollar und westlichen Finanzinfrastrukturen verringern. Bis Anfang 2026 ist BRICS Pay, ein blockchainbasiertes grenzüberschreitendes Zahlungssystem, in Pilotphasen. Das BRICS Unit, ein Warenkorb-gestütztes Zahlungsmittel, begann im späten Jahr 2025 mit begrenztem Einsatz. Diese Instrumente sollen das SWIFT-System umgehen und ein stabileres finanzielles Umfeld für afrikanische Energieprojekte schaffen.

Afrikanische Energiemärkte sind zunehmend den Schwankungen des Dollars ausgesetzt, die sich mit dem Rückgang des US-Währungswerts im Jahr 2026 verschärft haben. Tarifstöße und monetäre Unsicherheit haben den Bedarf nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten verstärkt. BRICS-gekoppelte Zahlungssysteme gelten als potenzielle Lösung, um Währungsrisiken zu verringern und neue Kapitalquellen für den Energieumbau und die Ausweitung der Energieversorgung zu erschließen.

Transaktionen in lokaler Währung innerhalb der BRICS-Länder haben sich auf fast 90 % des BRICS-Handels erhöht, gegenüber 65 % vor drei Jahren. Dieser Wechsel wird vor allem durch große Energieverträge zwischen China und Russland getrieben. Demonstrationsprojekte von BRICS Pay im späten Jahr 2024 zeigten, dass die Mitgliedsstaaten ein Zahlungssystem bevorzugen, das das dollarzentrierte Infrastruktur umgeht, mit geringeren Transaktionskosten und geringerer Abhängigkeit von westlichen Finanzsystemen.

Das BRICS Unit, das etwa 40 % in Gold und 60 % in einem Warenkorb aus Mitgliedsstaatwährungen unterlegt ist, ist kein umlaufendes Geld, sondern eine Einheit zum Abrechnen von Handelsgeschäften. Es soll Stabilität bieten, ohne die nationale Währungsoberhoheit zu untergraben. Dieser Ansatz bietet eine attraktive Option für afrikanische Exporteure, die Währungsschwankungen minimieren möchten.

Allerdings stellen wirtschaftliche Unterschiede zwischen BRICS-Mitgliedstaaten und die Ablehnung einer supranationalen Währungsbehörde durch Länder wie Indien und Südafrika Herausforderungen dar. Daher hat die Gruppe sich auf praktische Infrastruktur konzentriert, anstatt eine einheitliche Währung zu schaffen, eine Strategie, die möglicherweise besser für Energieakteure geeignet ist.

Afrikanische Energieprojekte sind aufgrund von Dollar-Verbindlichkeiten anhaltenden Finanzierungslücken ausgesetzt, die das Risiko erhöhen, wenn der Dollar steigt. Mit dem Rückgang des Dollars im Jahr 2026 hat sich die Suche nach Alternativen verstärkt. BRICS-gekoppelte Zahlungssysteme könnten das Wechselkursrisiko verringern und die Kapitalkosten für langfristige Energieinvestitionen vorhersehbarer machen.

Die Neue Entwicklungsbank (NDB) und die bevorstehende Afrikanische Energiebank (AEB) erweitern alternative Kapitalquellen. Die NDB beschleunigt die Finanzierung in lokaler Währung und erneuerbare Projekte auf dem gesamten Kontinent, während die AEB eine Lücke von 30–50 Milliarden Dollar in der Energiefinanzierung schließen will, mit einem Ziel von 10 Milliarden Dollar.

„Der kritische Herausforderung bei Investitionen ist der Mangel an Zugang zu Finanzierung“, sagte Rene Awembeng, Managing Partner bei Premier Invest, auf einem Energie-Event in Kapstadt im Jahr 2024. „Wir müssen Lösungen dafür finden, um unsere jährliche Finanzierungslücke von 200 Milliarden Dollar zu überbrücken.“

Handelsplätze und Pilotplattformen entstehen, um den direkten Handel mit Öl, Gas und anderen Ressourcen zu ermöglichen, ohne zuerst in Dollar umzuwandeln. Für afrikanische Rohstoffexporteure könnte das bedeuten, dass sie wettbewerbsfähigere Preise, schnellere Abrechnung und eine größere Integration in globale Wertschöpfungsketten ohne traditionelle Dollar-Einschränkungen erreichen.

Die reale Wert für afrikanische Energiemärkte liegt in Flexibilität: neue Zahlungssysteme, diversifizierte Finanzierungsquellen und Schutz vor politischen Schocks. Alternativen wie Chinas Cross-Border Interbank Payment System und das entstehende BRICS Pay-Netzwerk versprechen Resilienz gegenüber Sanktionen und finanzieller Waffenungewöhnung – wichtige Vorteile für Länder, die Schutzmechanismen in einer umkämpften globalen Ordnung suchen.

Obwohl das BRICS Unit weiterhin ein Abrechnungsinstrument und kein souveräner Währung ist, sind digitale Währungsbrücken und Interoperabilität von Zentralbank-Digitalwährungen auf der Tagesordnung. Die vollständige Umsetzung dieser Systeme ist noch Jahre entfernt, aber die sich entwickelnde Architektur könnte Afrika in die Lage versetzen, bessere Verhandlungsbedingungen zu erzielen und die Verletzlichkeit gegenüber scharfen Währungsschwankungen zu verringern.

Da der Energiebedarf steigt und die Kapitalbedarf wächst, stellt sich für Investoren und Politiker die Frage nicht, ob BRICS-Abrechnungsalternativen den Dollar ersetzen werden – sondern wie sie in diversifizierte, resiliente Finanzierungstrategien integriert werden können, die die Energieambitionen Afrikas in einer multipolaren finanziellen Ära unterstützen.