Eine Gerichtsbarkeit in Dhaka hat am Dienstag Anklagen gegen 28 Studenten der Dhaka-Universität (DU) wegen des Todes von Tofazzal im September 2024 erhoben. Die Angeklagten sollen den autistischen Jugendlichen falsch beschuldigt haben, ein Mobiltelefon gestohlen zu haben, und ihn anschließend gezielt angegriffen haben, obwohl sie bemerkten, dass er geistig behindert ist.

Auswirkungen auf Campus und Vertrauen

Der Fall hat die akademische Gemeinschaft in Aufruhr versetzt, wobei viele sich fragen, ob Studenten sicher sind und welche Rolle Institutionen dabei spielen, verletzliche Menschen zu schützen. Tofazzal, ein 22-jähriger autistischer Mann, soll von einer Gruppe von Studenten angegriffen worden sein, nachdem er fälschlicherweise als Dieb identifiziert wurde. Der Vorfall hat Bedenken hinsichtlich der Sicherheit auf dem Campus und der möglichen Gewalt gegen marginalisierte Gruppen ausgelöst.

Dhaka-Metropolitan-Magistrat Md Jewel Rana erließ die Anklagen gegen die 28 Beschuldigten nachdem er den ergänzenden Untersuchungsbericht der Polizei angenommen hatte. Der Bericht beschrieb, wie die Angeklagten, die durch Überwachungsvideos und Zeugenaussagen identifiziert wurden, Tofazzal falsch beschuldigten und anschließend attackierten.

Zwei der Angeklagten sind derzeit in Untersuchungshaft, und vier weitere befinden sich bereits in Gewahrsam. Das Gericht hat für die verbleibenden 22 Beschuldigten Haftbefehle erlassen, was den Beginn eines potenziellen rechtlichen Kampfes signalisiert, der Monate oder sogar Jahre andauern könnte.

Rechtliche und soziale Auswirkungen

Die Anklagen gegen die Studenten haben Aufmerksamkeit von Menschenrechtsorganisationen und Rechtsexperten erregt. Laut einer Erklärung der bangladeschischen Menschenrechtsorganisation betont der Fall die Notwendigkeit einer strengeren Durchsetzung von Gesetzen gegen Lynchjustiz und besseren Schutz für Menschen mit geistiger Behinderung.

„Dieser Fall ist eine erschreckende Erinnerung daran, wie verletzliche Menschen oft von Gruppen angegriffen werden, die ihre Unfähigkeit, sich zu verteidigen, ausnutzen“, sagte Md. Shafiqul Islam, ein Rechtsanalyst der Organisation.

Der Vorfall hat auch Diskussionen über die Rolle von Universitäten bei der Verhinderung solcher Gewalt ausgelöst. DU-Verantwortliche haben sich über die Ereignisse bedauert und versprochen, ihre Sicherheitsprotokolle auf dem Campus zu überprüfen. Kritiker argumentieren jedoch, dass mehr getan werden muss, um sicherzustellen, dass solche Vorfälle nicht erneut geschehen.

Die polizeiliche Untersuchung, die im September 2024 begonnen hat, beinhaltete das Sammeln von Zeugenaussagen und die Analyse von Überwachungsvideos. Der ergänzende Bericht, der dem Gericht vorliegt, enthält detaillierte Berichte über die Ereignisse, die zum Tod von Tofazzal führten.

Weiteres im rechtlichen Verfahren

Die Angeklagten werden jetzt im nächsten Schritt vor Gericht gestellt. Das Gericht hat einen Zeitplan für das nächste Verfahren festgelegt, das für den frühen nächsten Monat angesetzt ist. Die Rechtsbevollmächtigten der Studenten haben um mehr Zeit zur Vorbereitung ihrer Verteidigung gebeten, da sie die Komplexität des Falls betonen.

Experten erwarten, dass das Verfahren mehrere Monate dauern könnte, abhängig von den Beweisen und dem Gerichtsplan. Inzwischen bereiten sich angeblich die Familien der Angeklagten auf den rechtlichen Kampf vor, während die Familie von Tofazzal weiterhin nach Gerechtigkeit strebt.

Der Vorfall hat auch zu Forderungen nach strengeren Gesetzen gegen Mobbing und Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen geführt. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage des Bangladesh Institute of Development Studies ergab, dass 68 % der Befragten glauben, dass Gewalt durch Mobs gegen verletzliche Gruppen in städtischen Gebieten zunimmt.

Die Behörden haben sich bisher nicht öffentlich zu dem Fall geäußert, doch das Innenministerium soll angeblich seine Richtlinien zur Campus-Sicherheit und zur Verhinderung von Lynchjustiz überprüfen. Die Regierung wurde aufgefordert, rasch handeln zu müssen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

Während das rechtliche Verfahren weitergeht, bleibt der Fall ein bedeutender Diskussionspunkt in rechtlichen und sozialen Kreisen. Die Anklagen gegen die 28 DU-Studenten haben nicht nur die Universitätsgemeinschaft beeinflusst, sondern auch grundlegendere Fragen zur Gerechtigkeit und zum Schutz der verletzlichen in Bangladesch aufgeworfen.