FRANKFURT – Europäische Banken müssten zwischen 4 und 6 Milliarden Euro für Systemupgrades ausgeben, um einen digitalen Euro einzuführen; Das sagte der EZB-Ratsmitglied Piero Cipollone einem italienischen parlamentarischen Ausschuss.
Cipollone erklärte, die Banken hätten die Kostenangaben bereitgestellt. Der Betrag entspricht ungefähr 3 Prozent der jährlichen IT-Kosten, die Kreditgeber für Wartung aufwenden.
Die Europäische Zentralbank schätzt ihre eigenen Startkosten für die digitale Währung auf 1,3 Milliarden Euro. Die laufenden Kosten würden etwa 300 Millionen Euro betragen, doch die Offiziellen sagten nicht, ob das für ein Jahr oder länger gilt.
Die EZB-Offiziellen warten auf EU-Gesetze, um den digitalen Euro zu genehmigen. Sie bezeichnen das Projekt als unerlässlich, um die Rolle des öffentlichen Geldes im digitalen Zeitalter zu sichern. Die Währung würde auch Europas fragmentierte Zahlungssysteme verbinden und die Abhängigkeit von Anbietern außerhalb des Blocks verringern.
Cipollone erklärte, dass die Banken ihre Ausgaben zurückgewinnen könnten. Sie würden Händler Gebühren für die Verarbeitung von Zahlungen im digitalen Euro über Apps auf den Smartphones der Verbraucher berechnen. Im Gegensatz zu typischen Systemen würden die Banken keine Netzwerkgebühren zahlen. Die EZB plant, ihre Infrastruktur kostenlos zu betreiben.
Auch Händler profitieren. Die Zentralbank möchte die Gebühren für den digitalen Euro unter die von Kartenriesen wie Visa und Mastercard halten.
Für den Moment wählt die EZB Banken aus, um das System zu testen. Ein vollständiges Rollout könnte bis 2029 erfolgen, wenn die Gesetzgeber zustimmen. Dieser Zeitplan beschleunigt Europas Bemühungen um heimische digitale Zahlungsmittel.
Cipollone legte diese Details während seines Auftritts vor den italienischen Abgeordneten offen. Die Äußerungen betonen konkrete finanzielle Risiken, während die EZB sich einem Entscheid über das elektronische Zwillingswesen nähert.
Unterstützer argumentieren, dass der digitale Euro die monetäre Souveränität stärkt. Private Stablecoins und ausländische Technikunternehmen haben bereits Teile des Zahlungssektors in Europa erobert. Eine Zentralbank-Version würde es Bürgern ermöglichen, Euro direkt von der EZB zu halten, außerhalb von kommerziellen Bankkonten.
Kritiker sorgen sich, dass der digitale Euro Einlagen aus Banken ziehen und Kreditvergabe stören könnte. Studien der EZB zeigen, dass das Risiko gering bleibt, wenn Nutzer kleine Beträge für den täglichen Gebrauch halten.
Vorbereitungen laufen. Die EZB startete eine Untersuchungsphase 2021. Technische Tests folgten Ende 2023. Pilottests mit ausgewählten Banken kommen als nächstes.
EU-Gesetzgeber debattieren über das rechtliche Rahmenwerk. Verhandlungen hängen an Details wie Datenschutzregeln und Gebührenbegrenzungen. Genehmigung könnte im nächsten Jahr erfolgen.
Andere große Wirtschaftsnationen verfolgen ähnliche Schritte. Die US-Notenbank prüft einen digitalen Dollar. Chinas e-CNY verarbeitet bereits Milliarden Transaktionen.
Europa bewegt sich vorsichtig. Cipollone betonte, dass die Banken bei der Kostenberechnung mitgewirkt haben. Kreditgeber forderten klare Regeln zur Gebührenrückvergütung und keine Infrastrukturkosten von der EZB.
Der digitale Euro richtet sich an tägliche Zahlungen. Nutzer könnten ihre Wallets über Bank-Apps oder Geldautomaten aufladen. Der Offline-Betrieb wäre auch möglich, für Gebiete mit schwachem Internet.
Noch keine endgültige Genehmigung. Der EZB-Rat stimmt nach dem EU-Gesetz ab. Dieser Schritt ermöglicht Pilotprojekte und setzt 2029 als Zielstartdatum.
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