Industrieminister Kim Jung-kwan leitete am Samstag eine Notfallbesprechung im Ministerium für Handel, Industrie und Ressourcen. Laut Ministerium ging es um Schadensanalyse für koreanische Exporte und Gegenmaßnahmen gegen die nächsten Schritte der Trump-Regierung.

Der Supreme Court bestätigte am Freitag ein Urteil, das Trump verbietet, das International Emergency Economic Powers Act für Gegenzölle gegen Südkorea und andere Partner zu nutzen. Daraufhin erließ Trump am Samstag eine Proklamation für einen 10-Prozent-Zoll auf alle globalen Importe. Er signalisierte zusätzliche Abgaben nach anderen Gesetzen.

Kim erklärte Reportern, das Urteil erhöhe kurzfristige Risiken für Lieferungen in die USA. Die Kernschutzmaßnahmen des Freihandelsabkommens Korea-USA blieben aber bestehen. »Wir prüfen die Details des Urteils und die Reaktionen aus Washington«, sagte Kim. »Die Regierung setzt alles ein, um nationale Interessen und stabile Exporte zu sichern.«

Das Ministerium hatte vor dem Urteil Notfallpläne vorbereitet. Diese sollen Unternehmen vor Störungen schützen. Zu Rückerstattungen bereits eingezogener Zölle bleibt das US-Urteil unklar. Beamte versprachen schnelle Hilfsprogramme für betroffene Firmen.

Am Montag folgt ein Treffen mit Wirtschaftsführern. Dort analysieren Politiker und Manager Auswirkungen auf Sektoren wie Auto, Elektronik und Stahl. Diese machen den Großteil der 120 Milliarden Dollar jährlichen Exporte nach Amerika aus.

Der Vorfall unterstreicht Spannungen im bilateralen Handel. Trump hatte mit aggressiver Reziprozität gegen das US-Handelsdefizit mit Südkorea geworben, das 2024 bei 28 Milliarden Dollar lag. Seine ersten Zölle vom Januar über IEEPA zielten auf Überschussländer ab. Koreanischer Stahl und Halbleiter waren früh betroffen.

Seoul stützt sich auf frühere Diplomatie. Das Abkommen Korea-USA von 2012, unter Trump 2018 neu verhandelt, hob die meisten Zölle auf. Ergänzende Maßnahmen wie Autoquoten und Stahlschutz bestehen weiter. Das Ministerium will diese nutzen.

Wirtschaftsverbände begrüßten das Versprechen. Die Korea International Trade Association forderte Steuererleichterungen und Finanzhilfen. Analysten erwarten langfristig geringe Veränderungen, falls neue Zölle allgemein bleiben. Das Exportwachstum in die USA sank im Vorquartal auf zwei Prozent.

Kim leitete letzte Woche in Seoul eine Sitzung zum strategischen Investitions-MOU Korea-USA. Dieses Abkommen vom 13. Februar soll Projekte in die USA fördern. Es fließt nun in die Zollverteidigung ein. Details zu Hilfspaketen wurden vor Montag nicht genannt.

Trumps Proklamation legt den 10-Prozent-Zoll ab 1. März fest, mit engen Ausnahmen. Koreanische Firmen lieferten seit Januar Waren im Wert von 10 Milliarden Dollar unter den gestrichenen Zöllen. Rückerstattungsverhandlungen könnten vor US-Berufungsgerichten dauern.