Rabat — Der marokkanische Justiz- und Entwicklungsverein (PJD) hat die Äußerungen des US-Botschafters in Israel, Mike Huckabee, verurteilt, der behauptete, Israel sei berechtigt, Gebiete arabischer Länder zu kontrollieren. Die Aussagen, die während eines Interviews mit dem US-Kommentator Tucker Carlson gemacht wurden, haben in der Region Empörung ausgelöst.

Provokative Äußerungen im Interview

Huckabbes Aussagen, die in einem Interview mit Tucker Carlson entstanden, enthielten die Äußerung: ‘Es wäre in Ordnung, wenn [Israel] alles nimmt.’ Er fügte hinzu: ‘Sie bitten nicht, alles zurückzunehmen, was sie jetzt besitzen, aber sie bitten zumindest, das Land zu übernehmen, in dem sie jetzt leben, das sie jetzt legitim besitzen und das ein sicheres Refugium für sie ist.’

Die Aussagen wurden vom PJD als ‘provokativ und gefährlich’ beschrieben, das sie als ‘Beleidigung der Souveränität der Bruderstaaten des arabischen Raums’ bezeichnete. Die Partei warf Huckabee zu, die ‘wahren kolonialen und expansionistischen Politik’ Israels widerzuspiegeln und betonte, dass solche Äußerungen Teil eines breiteren Bemühens sind, den ‘mythischen Traum der Torah eines ‘Großen Israels’ zu verwirklichen.

Regionale Reaktionen und Position des PJD

Der PJD hat sich lange gegen die Normalisierung der Beziehungen Marokkos zu Israel ausgesprochen, die im Dezember 2020 wiederhergestellt wurden. Trotz dieses Schritts hat Marokko seine Unterstützung für die palästinensische Sache konsequent beibehalten und für eine Zweistaatlösung sowie einen souveränen palästinensischen Staat innerhalb der Grenzen von 1967 eingetreten.

Laut PJD-Vertretern erfordern die Äußerungen von Huckabee, dass ‘alle Länder nicht nur diese verurteilen und verdammen, sondern auch über Schwäche und Zögern hinausgehen und die Initiative ergreifen, um alle verfügbaren materiellen und moralischen Ressourcen zu mobilisieren, um diese Rauberei zu bekämpfen.’

Die Partei gehört zu den Oppositionsgruppen, die den marokkanischen Regierung das Reconsiderieren ihrer Beziehungen zu Israel empfehlen, argumentierend, dass die Normalisierung die umfassende arabische und islamische Position zur palästinensischen Frage untergräbt.

Marokkos konsequente Position zur Palästinenserfrage

Marokko hat sich konsequent für die palästinensische Sache eingesetzt, auch während seiner diplomatischen Beziehungen zu Israel. Während des laufenden Konflikts in der Gaza-Streifen hat Marokko eine der Länder gewesen, die Menschenrechtsverletzungen kritisiert und für einen Waffenstillstand geworben, wertvolle Hilfe durch den Al-Quds-Komitee des Königs Mohammed VI. sendend.

Das Königreich hat auch die Gründung eines souveränen und lebensfähigen palästinensischen Staates mit Ostjerusalem als Hauptstadt unterstützt, in Übereinstimmung mit der internationalen Konsens. Diese Position wurde von marokkanischen Beamten, einschließlich des Außenministeriums und der Vertreter des Königs, wiederholt.

Laut PJD spiegeln die jüngsten Äußerungen von Huckabee einen wachsenden Trend wider, bei dem westliche Persönlichkeiten israelische Politiken legitimieren, die weit verbreitet als Verletzung des Völkerrechts und der Rechte des palästinensischen Volkes angesehen werden.

Da sich die Situation im Nahen Osten weiter entwickelt, ruft der PJD zu einer einheitlichen arabischen Antwort auf, um die von ihm beschriebenen ‘expansionistischen’ israelischen Politiken und ihre internationalen Unterstützer zu bekämpfen. Die Partei ruft arabische Länder dazu auf, diplomatische, wirtschaftliche und moralische Solidarität zu stärken, um die Rechte des palästinensischen Volkes zu wahren.

Bei bevorstehenden regionalen Gipfeln und internationalen diplomatischen Begegnungen wird die Reaktion der arabischen Führer genau beobachtet, da die Frage Palästinas weiterhin ein zentrales Streitthema in der Region bleibt.