Die Initiative Ethics and Good Leadership Awareness (EGLAI) hat Zivilgesellschaftsorganisationen (CSOs) in Nigeria aufgefordert, ihre interne Governance zu stärken und Selbstregulierung zu übernehmen, um weiterhin glaubwürdig und effektiv zu sein, wenn sie die Regierung zur Rechenschaft ziehen. Dieser Aufruf ist Teil eines umfassenderen Bemühungen, um die Herausforderungen im Zivilgesellschaftssektor zu bewältigen, der seit langem eine entscheidende Rolle bei der Advocacy, der Dienstleistung und dem sozialen Entwicklungsprozess im Land spielt.
Workshop zur Kapazitätsentwicklung und Governance
Der Aufruf zur Reform wurde auf einem zweitägigen zonalen Kapazitätsentwicklungsworkshop für Zivilgesellschaftsorganisationen aus den nordzentralen Bundesstaaten Nasarawa, Kwara, Plateau, Benue, Kogi, Niger und der Bundesstadt Abuja (FCT) gestellt. Das Event fand im BON Hotel-Elvis in Abuja statt und wurde vom vom Europäischen Union finanzierten Projekt EU CSO Bridge unterstützt, das vom International Institute for Democracy and Electoral Assistance (International IDEA) umgesetzt wird.
Unter dem Motto „Skalierung der Selbstregulierung in Nigeria: Zonaler Kapazitätsaufbau für CSO-Vertreter und Subnationalen Netzwerkführer“ kamen Vertreter verschiedener Zivilgesellschaftsorganisationen aus der Region zu intensiven Lern- und Planungssitzungen zusammen. Das Ziel war, die Governance, Transparenz und Nachhaltigkeit im zivilgesellschaftlichen Raum zu stärken.
EGLAI-Teamleiter Dr. Harry Udoh betonte, dass Zivilgesellschaftsorganisationen historisch eine entscheidende Rolle bei der Nationenbildung, Advocacy, Dienstleistung und sozialen Entwicklung gespielt haben. Er erklärte, dass diese Gruppen oft Lücken füllen, wo die staatliche Präsenz begrenzt ist, insbesondere in ländlichen und unterversorgten Gebieten.
Ehre unter Bedrohung, dringender Reformbedarf
Dr. Udoh warnte, dass die Integrität der Zivilgesellschaft unter Bedrohung steht, es sei denn, Organisationen stärkere ethische Reformen und konstitutionelle Governance anwenden. Er argumentierte, dass ein funktionierender Kodex der Geschäftsordnung die Grundlage jeder glaubwürdigen Institution sei und dass organisatorische Prinzipien Entscheidungen, Handlungen und Betriebsweisen leiten müssten.
Er erklärte, dass der Druck auf die Selbstregulierung der Zivilgesellschaft in Nigeria nicht erst kürzlich begonnen habe, sondern das Ergebnis von Jahren der Reflexion, der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Lernens im Sektor sei. Das Projekt basiert auf dem Ziel, ein lebendiges, transparentes und verantwortungsbewusstes Zivilgesellschaftsökosystem aufzubauen, das effektiv seine Aufgaben erfüllen und dennoch das Vertrauen der Öffentlichkeit bewahren kann.
Laut Dr. Udoh hat die Europäische Union bei diesem Prozess eine Schlüsselrolle gespielt, indem sie durch frühere Initiativen und später durch das EU CSO Bridge Projekt Unterstützung geleistet hat. Diese Unterstützung war darauf abzielen, die Governance-Strukturen und Betriebsabläufe der Zivilgesellschaftsorganisationen zu stärken, insbesondere vor dem Hintergrund wachsender legislativer und regulatorischer Druck, die oft nicht ausreichend die Realitäten der zivilgesellschaftlichen Beteiligung widerspiegelten.
Er erklärte, dass zu verschiedenen Zeiten Versuche unternommen wurden, Gesetze einzuführen, die zwar manchmal gut gemeint waren, aber aufgrund von begrenztem Verständnis des Zivilgesellschaftsökosystems das zivilgesellschaftliche Umfeld eingeschränkt hätten. Diese Entwicklungen machten es notwendig, dass CSOs sich selbstkritisch betrachteten, interne Schwächen anerkannten und gemeinsam Mindeststandards für das Verhalten entwickelten, die sowohl nationalen Gesetzen als auch globalen Best Practices entsprechen.
Framework für Selbstregulierung wird weiterentwickelt
Dr. Udoh erklärte, dass diese Selbstkritik zur Entwicklung des Nigerian CSO Self-Regulation Framework führte, das ursprünglich mehrere Modalitäten enthielt, um die Governance und Betriebsweisen der Zivilgesellschaft zu leiten. Nach folgenden Überprüfungen im Jahr 2023 und 2024 einigten sich die Stakeholder auf einen vereinfachten hybriden Ansatz, der Kodex der Geschäftsordnung, Selbstbewertungsmechanismen und Informationsysteme für Arbeitsgruppen kombiniert, um eine effektive Überwachung, Bewertung und Einhaltung zu ermöglichen.
Herr Shiwua Mnenga, EGLAI-Projektverantwortlicher, erläuterte praktische Schritte, die CSOs anwenden können, um ihre Selbstregulierung zu stärken. Er empfahl strukturierte Selbstbewertungsmechanismen als Mittel zur Sicherstellung von Verantwortung und Nachhaltigkeit. Er betonte, dass der Workshop als „Training-of-Champions“-Modell konzipiert wurde, um den Teilnehmern das Wissen und die Werkzeuge zu vermitteln, die sie benötigen, um die Selbstregulierung auf der Ebene der Bevölkerung in ganz Nigeria voranzutreiben.
Teilnehmer des Workshops nahmen an Sitzungen teil, die sich auf die Entwicklung interner Kodizes der Geschäftsordnung, die Umsetzung von Transparenzmaßnahmen und die Schaffung von Mechanismen für interne Audits konzentrierten. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass Zivilgesellschaftsorganisationen weiterhin effektiv und vertrauenswürdig bleiben, auch wenn sie sich in einer zunehmend komplexen regulatorischen Umgebung bewegen.
Der Aufruf zur Selbstregulierung erfolgt zu einer Zeit, in der Zivilgesellschaftsgruppen unter zunehmendem Druck von legislativen und regulatorischen Änderungen stehen. Viele dieser Änderungen, die darauf abzielen, die Verantwortung zu verbessern, haben Bedenken hinsichtlich der Gefahr von Übergriffen und der Einschränkung des zivilgesellschaftlichen Raums ausgelöst.
Experten argumentieren, dass Selbstregulierung nicht nur eine Reaktion auf diese Herausforderungen ist, sondern auch eine Möglichkeit, um sicherzustellen, dass die Zivilgesellschaft unabhängig, glaubwürdig und effektiv bleibt. Durch die Festlegung eigener Standards können CSOs ihre Verpflichtung zur Transparenz und Verantwortung demonstrieren und gleichzeitig den breiteren politischen Umfeld beeinflussen.
Die Europäische Union hat eine bedeutende Rolle bei diesen Bemühungen gespielt, wobei ihr Projekt EU CSO Bridge sowohl finanzielle als auch technische Unterstützung bereitgestellt hat, um Organisationen bei der Umsetzung von Selbstregulierungsrahmen zu unterstützen. Das Projekt ist seit 2021 in Nigeria aktiv und hat über 200 Zivilgesellschaftsorganisationen bei der Stärkung ihrer internen Governance-Strukturen unterstützt.
Ausblickend wird der nächste Schritt der Initiative darin bestehen, das Selbstregulierungsrahmenwerk auf andere Regionen des Landes auszudehnen und sicherzustellen, dass die während des Workshops entwickelten Standards in die Praxis umgesetzt werden.
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