Die jüngsten US-Israeli-Offensiven gegen den Iran haben Angst vor einer Störung des Pet Coke-Transports – eines kritischen Brennstoffs für die Zement- und Stahlindustrie Indiens – aus dem Persischen Golfs durch den Hormuz-Streit, einen Schlüsselknotenpunkt für den globalen Energiethandel, verstärkt.

Auswirkungen auf die Zementindustrie Indiens

Die Verwendung von Pet Coke, einem kohlenstoffreichen Nebenprodukt der Ölraffination, ist in den letzten Jahren in Indien gestiegen, bedingt durch die steigende Produktion in den Zement- und Stahlsektoren. Laut Kpler, einem globalen Daten- und Analyseanbieter, haben die geopolitischen Spannungen Bedenken hinsichtlich des Pet Coke-Transports durch den Hormuz-Streit ausgelöst, was den Angebotsspiegel verengen und die Frachtkosten sowie die Versicherungskosten für Schiffe, die durch diesen kritischen Energiestreifen fahren, erhöhen könnte.

Kpler warnte, dass Indien der größte einzelne Zielort für Pet Coke aus dem Persischen Golf ist, insbesondere der Brennstoffklasse, die von Zementproduzenten genutzt wird. Eine verlängerte Lieferunterbrechung aus dem Hormuz-Streit könnte indische Zementproduzenten zwingen, auf Kohle aus nationalen oder importierten Quellen umzusteigen, was höhere Kosten bedeuten würde. Die indische Zementindustrie arbeitet mit dünnen Gewinnen, und jede erhebliche Störung im Pet Coke-Angebot könnte die Produktionskosten schnell erhöhen.

Laut Kpler liegt die monatliche Menge an Pet Coke, die durch den Hormuz-Streit aus persischen Golfhäfen fließt, in normalen Monaten zwischen 400.000 und 600.000 Tonnen, wobei Indien den größten Teil dieses Angebots absorbiert. Das Unternehmen betonte, dass der persische Golf zwei unterschiedliche Pet Coke-Ströme produziert: Brennstoffklasse für Zement und Anodengrade für die Aluminiumindustrie.

Indiens wachsende Abhängigkeit von Pet Coke-Importen

Die Verwendung von Pet Coke in Indien ist gestiegen. In FY24 verbrauchte das Land 20,32 Millionen Tonnen, was auf 22,06 Millionen Tonnen in FY25 anstieg. Während des Zeitraums April bis Januar in FY26 erreichte der Verbrauch 16,85 Millionen Tonnen. Die nationale Produktion lag jedoch hinterher, mit 15,1 Millionen, 15 Millionen und 12,3 Millionen Tonnen in FY24, FY25 und FY26.

Daher hat Indien zunehmend auf Importe zurückgegriffen, um den Bedarf zu decken. Die Importe von Pet Coke betrugen 10,96 Millionen, 13,15 Millionen und fast 10 Millionen Tonnen während FY24, FY25 und FY26. Diese wachsende Abhängigkeit von Importen macht Indien besonders anfällig für Lieferkettenstörungen im Hormuz-Streit.

Kpler stellte fest, dass die Reedereien, wenn sie den Streit nicht mehr befahren oder Versicherer die Versicherungskosten zurückziehen, Schwierigkeiten haben, ihre Fracht zu transportieren. Dies könnte zu einer erheblichen Störung im Pet Coke-Angebot für Indien und China führen, die beiden größten Verbraucher von Pet Coke aus dem Persischen Golf.

Märkliche Auswirkungen und Zukunftsaussichten

Kpler erklärte, dass die Produzenten die Lieferungen nicht unendlich lange verzögern können. Raffinerien müssen Pet Coke-Lagerbestände abarbeiten, um die Betriebsraten zu halten. Eine verlängerte Lieferstörung würde den effektiven Angebotsspiegel in Asien reduzieren und Käufer in den Spotmarkt drängen, was zu einem Anstieg der Preise führen könnte.

Das Unternehmen fügte hinzu, dass der Kohlemarkt einen Teil der Auswirkungen absorbieren könnte, aber ein geringeres Pet Coke-Angebot aus dem Golf würde den Wettbewerb um alternative Festbrennstoffe erhöhen, einschließlich US-Pet Coke und thermischen Kohle aus den USA, Indonesien und Australien. Indische und chinesische Käufer werden voraussichtlich diese Nachfrage anführen, bedingt durch ihre Abhängigkeit von der Versorgung aus dem Nahen Osten.

Kpler stellte fest, dass Kohle bereits in den meisten Verbrauchsgüterregionen zu wettbewerbsfähigen Preisen gegen Pet Coke handelt. Allerdings begrenzen die aktuellen Preisverhältnisse die zusätzliche Umstellungsfähigkeit, insbesondere dort, wo Anlagen aus technischen Gründen Brennstoffmischungen optimieren. Der zusätzliche Kohlebedarf bleibt voraussichtlich moderat, es sei denn, die Pet Coke-Preise steigen stark oder physische Knappheit auftritt.

Bei der Kohleseite stärken feste Gas- und Ölpreise das allgemeine Preissignal für Brennstoffe. Allerdings spielt der Bereich keine bedeutende Rolle bei der Kohleversorgung, sodass die direkte physische Auswirkung begrenzt bleibt. Der Preisverlauf hängt eher von Substitutionsströmen und Kreuzbrennstoffpreisverhältnissen ab als von einem Verlust an Kohleproduktion.

Da die Spannungen im Hormuz-Streit weiter ansteigen, bleibt das Risiko von Lieferkettenstörungen ein kritisches Anliegen für die industriellen Sektoren Indiens. Die Situation wird voraussichtlich von Politikern und Branchenakteuren genau beobachtet, während sie die Risiken für ihre Lieferketten beurteilen und mögliche Notfallpläne erstellen.