Iceland’s EU-Referendum ist auf der Kippe. 51,2 Prozent der bislang abgegebenen Stimmen gehen an die ‘Ja’-Seite, 48,8 Prozent an die ‘Nein’-Seite, meldet Euronews, and Mit über 87.000 abgezählt Stimmen ist das Rennen knapp.
Regionale Spaltung spiegelt größere Sorgen
Wie erwartet, lehnen ländliche Wahlkreise den Beitritt klar ab. Reykjavík hingegen stimmt deutlich für ‘Ja’. Laut Euronews nähert sich ‘Nein’ in ländlichen Gebieten 60 Prozent. In Reykjavík liegt ‘Ja’ bei etwa 58 Prozent.
Die ersten nahezu 10.000 abgezählen Stimmen im Süden zeigen ‘Nein’ mit 59,8 Prozent, ‘Ja’ mit 40,2 Prozent. Im Südwesten sind die Stimmen fast gleich verteilt: 9.900 für ‘Ja’, 9.900 für ‘Nein’. Im Nordwesten liegt ‘Nein’ bei 60,8 Prozent, ‘Ja’ bei 39,2 Prozent. Im Norden mit fast 10.000 Stimmen liegt ‘Nein’ bei 56 Prozent, ‘Ja’ bei 44 Prozent, meldet Euronews.
Im Süden Reykjavíks mit über 20.000 abgezählen Stimmen liegt ‘Ja’ bei 55,9 Prozent, ‘Nein’ bei 44,1 Prozent. Im Norden der Hauptstadt mit fast 21.000 Stimmen liegt ‘Ja’ bei 59,4 Prozent, ‘Nein’ bei 40,6 Prozent, meldet Euronews.
Kernthemen und historischer Hintergrund
Iceland hatte bereits vor der Wahl 2013, als euroskeptische Regierung an die Macht kam, Beitrittsverhandlungen angestoßen. Die Diskussion über Fischereirechte blieb damals ein zentrales Problem und ist es bis heute, meldet die BBC. Fischerei und Meereswirtschaft machen fast 40 Prozent der isländischen Exporte aus. Viele ‘Nein’-Wähler fürchten, unter der EU-Fischereipolitik ihre Kontrolle über lukrative Fischgründe zu verlieren.
Die Referendumskampagne hat laut Wählerin Frostadottir, die am Samstag in der Hauptstadt ihre Stimme abgab, eine Debatte über Islands Rolle in der Welt angestoßen. ‘Das ist ein großer Tag. Wir haben uns seit Jahren auf diesen Wahltag gefreut,’ sagte sie. ‘Unsere Regierung wird unabhängig vom Ausgang weiterarbeiten.’
Die Frage auf dem Stimmzettel lautete: ‘Soll Island die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union wieder aufnehmen?’ Ein ‘Ja’-Ergebnis wäre kein endgültiger Entscheid für den Beitritt, sondern ein Schritt in Richtung eines Beitrittsvertrags, der in einem zweiten Referendum genehmigt werden müsste. Ein ‘Nein’ würde nicht ausschließen, dass Island die Gespräche in der Zukunft wieder aufnimmt, meldet die BBC.
Sicherheits- und strategische Sorgen
Während wirtschaftliche Themen die Referendumskampagne dominierten, spielten Sicherheitsbedenken ebenfalls eine Rolle. Island ist Gründungsmitglied der NATO, verfügt aber über keine eigene Armee und verlässt sich auf Verbündete. Das Land unterstützt die Ukraine während der vollen Invasion durch Russland. Die Regierung hat sich über die zunehmenden russischen Marineaktivitäten in der Nähe der Insel beunruhigt gezeigt, meldet die BBC.
Donald Trumps geäußertes Interesse an der Übernahme Grönlands hat zudem Sorgen ausgelöst. Die Wahllokale schlossen am Samstag um 22:00 Uhr Ortszeit für Islands entscheidendes EU-Referendum, meldet Euronews.
Mit den vorläufigen Ergebnissen zeigt sich ein äußerst knapper Vorsprung. Der Ausgang bleibt ungewiss, solange weitere Stimmen abgezählt werden. Die regionale Spaltung – insbesondere zwischen ländlichen und städtischen Wahlkreisen, spiegelt größere Sorgen über wirtschaftliche Souveränität und nationale Identität im Kontext der EU-Mitgliedschaft wider.
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