Während seines historischen Staatsbesuchs in Israel kündigte Premierminister Narendra Modi an, dass Indien und Israel kurz vor der Abschluss eines Freihandelsabkommens (FTA) stehen. Die Ankündigung erfolgte während einer gemeinsamen Pressekonferenz in Jerusalem, bei der Modi seinen ersten Besuch als Premierminister in fast zehn Jahren beendete.

27 Vereinbarungen in Schlüsselbereichen unterzeichnet

Während des Besuchs wurden 27 Vereinbarungen in verschiedenen Bereichen wie kulturellem Austausch, Fertigung, künstlicher Intelligenz und anderen strategischen Themen unterzeichnet. Diese Vereinbarungen sollen die indisch-israelischen Beziehungen in den Bereichen Technologie, Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit stärken.

Modis Besuch in Israel markierte einen bedeutenden Meilenstein, da sein letzter Besuch in das Land 2017 stattfand. Diesmal betonte er die Vertiefung der Zusammenarbeit in kritischen und neuen Technologien und kündigte die Gründung einer ‚Critical and Emerging Technology Partnership‘ zwischen den beiden Ländern an.

Während des Besuchs traf sich Modi mit israelischem Premierminister Benjamin Netanyahu, wo sie gemeinsame Bemühungen in hochtechnologischer künstlicher Intelligenz, Quantencomputing, wirtschaftlichen Partnerschaften, diplomatischer Zusammenarbeit und Sicherheitskooperation besprachen. Netanyahu bezeichnete den Besuch als ‚äußerst produktiv und auch emotional bewegend‘ und hob besonders Modis Rede vor dem Knesset hervor.

Symbolische Gesten und kultureller Austausch

Früh am Tag besuchte Modi die Präsidialgärten in Jerusalem und pflanzte einen Baum im Rahmen der Initiative ‚Ek Ped Maa Ke Naam‘ (Ein Baum im Namen der Mutter), ein symbolisches Zeichen für Umweltverantwortung. Er besuchte auch Yad Vashem, das Weltzentrum für Holocaust-Gedenken, wo er den Opfern des Holocaust gedenkte und den ‚Buch der Namen‘-Saal besichtigte, der die Erinnerung an Millionen Opfer des Holocaust bewahrt.

Modis Rede vor dem Knesset wurde von Netanyahu als emotional berührend beschrieben, wobei viele im Publikum zu Tränen gerieten. ‚Ich glaube, es blieb kein trockenes Auge in Israel nach Ihrer bewegenden Rede gestern im Knesset,‘ sagte Netanyahu, betonend die persönliche und politische Bedeutung von Modis Besuch.

Zukünftige Zusammenarbeit und G2G-Gespräche

Der israelische Premierminister Netanyahu kündigte an, dass Indien und Israel sich einigten, eine Regierung-zu-Regierung-(G2G)-Besprechung in Indien so bald wie möglich abzuhalten. Diese Besprechung wird führende Minister beider Länder zusammenbringen, um weitere Bereiche der Zusammenarbeit zu besprechen und bestehende Partnerschaften zu vertiefen.

Modis Besuch hat bereits eine Welle von Optimismus unter Geschäftsleitern und Analysten ausgelöst, die das FTA als möglichen Game-Changer für den Handel zwischen den beiden Ländern sehen. Das Abkommen wird voraussichtlich Zölle reduzieren und Handelsverfahren vereinfachen, was neue Chancen für Unternehmen in beiden Ländern schaffen wird.

Indien und Israel haben in den letzten Jahren ihre wirtschaftlichen Beziehungen ausgebaut, wobei der bilaterale Handel 2022 auf 6,5 Milliarden US-Dollar stieg. Das geplante FTA wird diese Zahl erheblich steigern, mit Experten, die eine mögliche Steigerung auf 20 Milliarden US-Dollar innerhalb von zehn Jahren erwarten.

Analysten haben festgestellt, dass das FTA indischen Unternehmen den Zugang zum hohen Technologiemarkt Israels erleichtern könnte, während israelische Unternehmen von Indiens riesigem Fertigungsbereich und wachsendem Konsummarkt profitieren könnten. ‚Dieses Abkommen ist eine strategische Bewegung, die sich mit den langfristigen wirtschaftlichen Zielen beider Länder deckt,‘ sagte Anil Naik, ein Wirtschaftsanalyst am Indischen Institut für Außenhandel.

Mit dem bevorstehenden FTA erwarten die beiden Länder auch eine Vertiefung ihrer Zusammenarbeit in Bereichen wie Weltraumforschung, Cybersecurity und Landwirtschaft. Modis Besuch hat den Weg für eine neue Ära der Zusammenarbeit zwischen Indien und Israel geebnet, die weitreichende Auswirkungen auf beide Wirtschaften haben könnte.