Der karnatakasche Ministerpräsident Siddaramaiah stellte ein Budget von 4,48 Mrd. Rs für das Finanzjahr 2026-27 vor, das auf künstliche Intelligenz, Infrastrukturentwicklung und Umweltverträglichkeit ausgerichtet ist. Das Budget, das im karnatakaschen Landtag in Bengaluru vorgestellt wurde, zielt darauf ab, den Bundesstaat als Zentrum für neue Technologien zu positionieren und gleichzeitig die Einnahmenverluste durch Änderungen im Umsatzsteuersystem (GST) zu kompensieren.

Finanzierungseffekte durch GST-Neuordnung

Siddaramaiah betonte, dass die Finanzen des Bundesstaates durch die im vorangegangenen Finanzjahr umgesetzte GST-Neuordnung beeinträchtigt wurden. Er erklärte, dass der durchschnittliche monatliche Umsatzsteuerertrag nach Berücksichtigung von Erstattungen auf etwa 4 Prozent in 2025-26 sank, gegenüber etwa 10 Prozent zuvor. Diese Änderung wird den Umsatzsteuerertrag des Bundesstaates im laufenden Finanzjahr um 10.000 Mrd. Rs und im Jahr 2026-27 um 15.000 Mrd. Rs verringern.

Das Budget legt einen strategischen Ansatz zur Minderung dieser Verluste fest, mit Fokus auf die Nutzung von Fortschritten in der künstlichen Intelligenz und anderen neuen Technologien. Ein zentrales Projekt besteht in der Gründung eines Zentrums für künstliche Intelligenz in Bengaluru in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bioinformatik und Angewandte Biotechnologie, dem Zentrum für Zell- und Molekularplattformen und Nasscom, mit einem Budget von 16 Mrd. Rs.

Infrastrukturentwicklung und Schienenverkehr

Die Infrastrukturentwicklung bleibt ein Kernpfeiler des Budgets, mit erheblichen Mittelzuweisungen für den Schienenverkehr. Die Landesregierung hat vorgeschlagen, neun neue Schienenstrecken in einer 50:50-Kostenteilung mit der Zentralregierung zu entwickeln. Bislang wurden bereits 2.950 Mrd. Rs für Grundstückskauf und 2.682 Mrd. Rs für Baumaßnahmen für diese Projekte ausgegeben. Für das laufende Finanzjahr wurden zusätzlich 600 Mrd. Rs für die Fortsetzung der Arbeiten bereitgestellt.

Zu den vorgeschlagenen Strecken gehören Ginigera-Raichur, Tumakuru-Rayadurg, Chikkamagaluru-Belur, Kudchi-Bagalkot, Gadag-Wadi, Tumakuru-Davanagere, Belur-Hassan, Shivamogga-Shikaripura-Ranibennur und Dharwad-Kittur-Belagavi. Diese Projekte sollen die regionale Verkehrsanbindung verbessern und die wirtschaftliche Entwicklung im Bundesstaat fördern.

Industrieexperten begrüßten den Fokus auf Infrastruktur, da dies den wachsenden Immobilienmarkt in Bengaluru stärken könnte. Ramani Sastri, Chairman und MD von Sterling Developers, erklärte: „Das Budget des Bundesstaats Karnataka spiegelt den fortgesetzten Fokus auf Infrastrukturentwicklung als Schlüsseltrieb der städtischen Entwicklung wider. Die Mittelzuweisung für städtische Entwicklung sowie Vorschläge wie ein zweites internationales Flughafen für Bengaluru und Investitionen zur Stärkung der Inlandsflughafeneinrichtungen sind wichtige Schritte, um die regionale Verkehrsanbindung zu verbessern und die langfristige wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zu unterstützen.“

Gesellschaftliche Initiativen und Umweltprojekte

Das Budget enthält auch gesellschaftliche Initiativen zur Verbesserung der Bildungschancen für Minderheiten. Die Regierung plant, 25 neue Nachmaturastudentenwohnheime mit einer Kapazität von jeweils 150 Studenten in Bezirken mit hohem Bedarf zu errichten. Zudem wird die Aufnahmekapazität in 25 bestehenden Studentenwohnheimen um 50 Plätze pro Einrichtung erhöht.

Umweltprojekte sind ebenfalls ein Schwerpunkt, mit einer Mittelzuweisung von 5 Mrd. Rs für ein Leopardenrehabilitationszentrum im Bannerghatta Biological Park. Dieses Zentrum wird Leoparden beherbergen, die aus Wohngebieten um Bengaluru gefangen wurden. Der Bundesstaat hat sich zudem zu einer Investition von 5.000 Mrd. Rs für Katastrophenmanagement und Hochwasserbekämpfungsprojekte in Bengaluru über fünf Jahre verpflichtet, im Rahmen des Karnataka Water Security and Resilience Programms, eines von der Weltbank unterstützten Projekts, das darauf abzielt, städtische Wasserinfrastrukturen und Klimaresilienz zu stärken.

Sastri betonte weiterhin die Bedeutung großer Mobilitätsprojekte zur Reduktion von Verkehrsengpässen und zur Verbesserung der Verbindung zwischen wichtigen kommerziellen und Wohngebieten. „Die Genehmigung des 40.000 Mrd. Rs-Tunnelstraßennetzes, das wichtige Korridore in Bengaluru verbindet, ist eine weitere bedeutende Entwicklung. Große Mobilitätsprojekte können neue Chancen für geplante Wohnungsbauprojekte erschließen und neue Mikromärkte für Immobilienkäufer zugänglicher machen“, fügte er hinzu.

Sastri betonte jedoch, dass nachhaltige Investitionen in städtische Infrastruktur und stärkere Planungsrahmenbedingungen erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die Wohnungsversorgung Schritt mit der schnellen Stadtentwicklung hält. Die Regierung hat auch digitale Beratung für die Versetzung von Mitarbeitern des Excise-Departments eingeführt, um Transparenz und Effizienz in Verwaltungsprozessen zu verbessern.