Moskau — Wladimir Putin trifft am Donnerstag Madagaskars Übergangspräsident Michael Randrianirina. Das Kreml teilte den Termin für den 19. Februar mit.
Randrianirina besucht Russland erstmals offiziell seit seinem Amtsantritt inmitten politischer Unruhen im Herbst. Kremlmitarbeiter bestätigten Randrianirinras Ankunft für bilaterale Gespräche.
Randrianirina übernahm am 17. Oktober 2024 das Präsidentenamt. Das Oberste Verfassungsgericht schwor ihn ein, um eine Machtlücke zu schließen. Sein Aufstieg folgte Monaten von Unruhen, die Ex-Präsident Andry Rajoelina stürzten.
Protestwellen erschütterten Madagaskar im September 2024. Auslöser waren chronische Strom- und Wassermangel. Demonstranten forderten Rajoelinas Rücktritt und die vollständige Regierungsauflösung. Ausschreitungen lähmten Teile der Inselnation im Indischen Ozean.
Anfang Oktober mobilisierte Randrianirina, hoher Offizier im Elitekorps CAPSAT der Armee, militärische Unterstützung für die Protestierenden. CAPSAT ist für Schlüsselernennungen in Militärspitzen zuständig.
Rajoelina floh am 13. Oktober aus Madagaskar. Am nächsten Tag berief die Nationalversammlung eine Dringlichkeitssitzung ein und impeachierte ihn. Abgeordnete handelten inmitten des Chaos in der Hauptstadt Antananarivo.
Das Oberste Verfassungsgericht ernannte Randrianirina zum Übergangsleiter. In seiner Antrittsrede forderte er ausländische Partner zur Unterstützung der Erneuerung auf. Er bot Chancen für Kooperation und gleichberechtigten Dialog und sprach von einem historischen Wendepunkt.
Randrianirinras Signale deuten auf einen Kurswechsel hin. Beziehungen waren unter Rajoelina angespannt. Russland kooperiert langjährig in Energie und Militär. Frühere Abkommen umfassen Hilfe für Madagaskars Stromnetz und Agrarprojekte.
Beide Seiten veröffentlichten keine detaillierte Agenda für die Gespräche. Kremlmitarbeiter nannten den Termin Routine-Diplomatie mit einem afrikanischen Führer. Er unterstreicht Moskaus Interesse am Globalen Süden trotz westlicher Isolation wegen Ukraine.
Madagaskars Krise legte tiefe Probleme offen. Strom- und Wasserabschaltungen entfachten Wut, besonders in Städten. Die Weltbank warnte vor wirtschaftlicher Stagnation bei 4 Prozent BIP-Wachstum 2024.
Der 52-jährige Randrianirina bringt Militärerfahrung mit. Vor CAPSAT kommandierte er Einheiten bei Aufständsbekämpfung. Befürworter loben seine Härte, Kritiker die militärische Dominanz.
Die Übergangsregierung plant Wahlen bis Ende 2025. Randrianirina versprach freie Abstimmungen, schloss eine Kandidatur aus. Die Afrikanische Union beobachtet den Prozess eng.
Putins Kalender weist diese Woche wenige ausländische Gäste aus. Der Madagaskar-Termin passt zu Kontakten mit Ländern wie Burkina Faso und Niger, wo Militärjuntas nach Putschen regieren.
Für Randrianirina bietet der Moskau-Besuch diplomatischen Auftrieb. Russland liefert Dünger für Madagaskars Vanille- und Nelkenexporte, weltweit führend. Der Handel erreichte letztes Jahr 100 Millionen Dollar, hieß es bei russischen Zollangaben.
Mögliche Ergebnisse sind neue Hilfszusagen. Moskau spendete zuvor Generatoren bei Blackouts. Beobachter achten auf Verteidigungsabkommen angesichts Randrianirinras Armeehintergrund.
Die Kremlmitteilung endete mit Protokollhinweisen. Randrianirinras Delegation umfasst Außen- und Wirtschaftsminister. Nach den Gesprächen folgt ein Arbeitslunch.
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