Die USA und Israel haben am 28. Februar Luftangriffe gegen Iran gestartet, obwohl Gespräche laufen und Teheran bedeutende Zugeständnisse gemacht hat. Die Angriffe richteten sich gegen militärische und strategische Ziele und folgten nur wenige Tage nach Berichten, wonach Iran erhebliche Kompromisse eingegangen war, darunter die Erlaubnis für amerikanische Inspekteure, um sein Atomprogramm zu überprüfen.
Laut Berichten hatte die USA mehr als 250 Kampfflugzeuge in der Region stationiert, die größte Konzentration von Luftkraft, die jemals gegen einen potenziellen Feind gesammelt wurde, wie Professor Robert Pape von der University of Chicago feststellte. Trotz dieses militärischen Zeichens der Stärke hatte Iran bedeutende diplomatische Zugeständnisse gemacht, darunter die Zustimmung zu Inspektionen, sagte Steve Witkoff, der Sondergesandte von Trump, und fügte hinzu, dass die Regierung überrascht war, dass Iran nicht vollständig nachgab.
Irans Position gründet sich auf das Prinzip der Unabhängigkeit, das seit der Revolution 1979 zentral ist. Die Regierung weigert sich, ihr Ballistikkraftprogramm oder ihre Unterstützung für regionale Akteure aufzugeben. Dies hat es in Konflikt mit Israel und den USA gebracht, die seit langem versuchen, Ira ns Einfluss in der Region einzudämmen.
Internationale Reaktionen und rechtliche Bedenken
Die Angriffe haben scharfe Kritik von internationalen Rechtsgelehrten ausgelöst. Marco Milanović betonte, dass der Einsatz von Gewalt gegen Iran unter internationalen Gesetzen nur legal wäre, wenn Iran sowohl die Absicht als auch die Fähigkeit hatte, die USA oder Israel anzugreifen und der Angriff notwendig war, um solch einen Angriff zu verhindern. Keine dieser Voraussetzungen sei erfüllt, sagte er.
Iran hat sein Recht auf Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der UN-Charta geltend gemacht. Analysten warnen, dass die USA möglicherweise nicht für einen langen Krieg gerüstet sind. Lecks aus dem Pentagon vor den Angriffen zeigten Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit der US-Militärs, einen langen Krieg zu führen, insbesondere wegen aktuellen Mangel an Munition und Luftverteidigungssystemen.
Kriegsszenarien aus dem Jahr 2023 zeigten, dass bei einem Krieg mit China die USA ihre Vorräte an Langstrecken- und präzisionsgeführten Munition innerhalb weniger Tage erschöpfen könnten. Analysten sagen jedoch, dass die Situation mit Iran noch riskanter sein könnte, wegen der Möglichkeit einer schnellen Eskalation und dem Risiko, dass Iran US-Stützpunkte in der Region angriff.
Regionale Auswirkungen und strategische Schritte
Irans Reaktion umfasst die Zielung von US-Militärinstallationsen in der Region, was dazu führen könnte, dass umliegende arabische Staaten nach einem Waffenstillstand suchen. Das Land hat sich auch darauf vorbereitet, den Hafen von Hormuz zu schließen, eine kritische Wasserstraße für den globalen Ölhandel, was erhebliche wirtschaftliche Folgen haben könnte.
Unterdessen hat ehemaliger israelischer Verteidigungsminister Yoav Gallant, der vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen gesucht wird, den Fokus auf die Türkei verlagert und andeutet, dass der nächste strategische Schritt im Nahen Osten darin bestehen könnte, Ankaras wachsenden Einfluss zu bekämpfen. Gallants Artikel vom 27. Februar betonte die wachsende Rolle der Türkei bei der Gestaltung der Zukunft der Region, ein Schritt, der sich von früheren israelischen Ambitionen, sich auf Iran zu konzentrieren, abhebt.
Die Angriffe haben auch die Glaubwürdigkeit der US-Diplomatie in Frage gestellt. Einige Analysten argumentieren, dass die Regierung Iran mehr unter Druck setzt als echte Verhandlungen betreibt. Der Schritt erfolgt inmitten wachsender regionaler Widerstände, mit Ländern wie Saudi-Arabien, Katar, Oman und der Türkei, die angeblich gegen die Angriffe lobbyieren.
Als die Situation sich entwickelt, steht die USA vor einem kritischen Punkt ihrer Nahost-Politik. Mit der möglichen Rache Ira ns und dem Risiko eines langen Krieges muss die Regierung jetzt entscheiden, ob sie weiter eskalieren oder diplomatische Lösungen finden will, um die Spannungen in der Region zu verringern.
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