WASHINGTON — US-Präsident Donald Trump hat Mitarbeiter angewiesen, die Tötung von Irans Oberstem Führer Ajatollah Ali Khamenei und dessen Sohn Mojtaba Khamenei zu untersuchen. US-Beamte nannten dies einen möglichen Hebel, um Teheran zu Atomverhandlungen zu zwingen.

Die Beratungen folgen auf stockende Gespräche über Irans Atomaktivitäten. Trump hatte zuvor begrenzte Militärschläge auf iranische Anlagen angedeutet. Solche Aktionen sollten nach seinen Worten die Entschlossenheit Washingtons zeigen, ohne einen Großkrieg auszulösen.

Ein Schlag gegen den 85-jährigen Khamenei wäre eine dramatische Eskalation. Der Kleriker regiert Iran seit 1989 und lenkt Außenpolitik sowie Atomprogramm. Mojtaba Khamenei, 55, berät ihn eng und gilt als möglicher Nachfolger. Ihre Beseitigung könnte das Regime destabilisieren, hieß es.

Trotz tödlicher Optionen hält das Weiße Haus einen diplomatischen Weg offen. Washington signalisiert Kompromissbereitschaft: Iran dürfte Uran in begrenztem Umfang für zivile Zwecke anreichern. Voraussetzung bleibt das Verzicht auf Atomwaffen.

»Wir wollen einen dauerhaften Deal«, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter gegenüber Axios. »Symbolische Anreicherung könnte Zeit erkaufen, doch Teheran muss die Bewaffnungsbestrebungen einstellen.«

Trump zog die USA früh in seiner ersten Amtszeit aus dem Atomabkommen von 2015 zurück. Er nannte es fehlerhaft, da es Irans Raketenprogramm und regionale Einmischung nicht stoppe. Seitdem beißen Sanktionen tief. Ölexporte brachen ein. Die Inflation liegt über 40 Prozent.

Iran reagierte mit gesteigerter Anreicherung. UN-Inspektoren melden Vorräte an fast waffentauglichem Uran. Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation reicht das Material für mehrere Bomben bei Weiterverarbeitung.

Trumps Team wägt Risiken ab. Ein gezielter Mord könnte Iraner um Hardliner scharen. Er birgt Vergeltung gegen US-Stützpunkte im Irak oder Golf an. Saudi-Arabien und Israel, alte Teheran-Gegner, unterstützen härtere Maßnahmen leise.

»Der Präsident will alle Mittel auf dem Tisch«, erklärte der Beamte. Trump lobte frühere israelische Schläge gegen iranische Atomwissenschaftler. US-Drohnen töteten 2020 den iranischen Topgeneral Qassem Soleimani. Der Angriff nahe dem Bagdad-Flughafen spannte die Lage an, löste aber keinen Großkonflikt aus.

Öffentlich hält Trump Optionen offen. Bei einer Kundgebung am 20. Februar in South Carolina warnte er Iran vor Überschreitung roter Linien. »Sie wissen, wozu wir fähig sind«, sagte er unter Beifall. Berater spielen Szenarien durch, von Cyberangriffen bis bunkerbrechenden Bomben.

Europäische Verbündete mahnen zur Vorsicht. Großbritannien, Frankreich und Deutschland drängen auf Diplomatie. Sie hielten Teile des Abkommens nach Trumps Ausstieg aufrecht. Russland und China, Irans Partner, verurteilen US-»Sabotage«.

Keine Entscheidung ist gefallen. Trump könnte bei Sanktionen bleiben oder sie mit verdeckten Aktionen mischen. Anreicherungsgespräche könnten in Oman oder Wien wiederaufleben. Die Frist drängt: Irans Ausbruchszeit für Bombenmaterial schrumpft auf Wochen.

Das Weiße Haus schwieg zu Nachfragen. Irans UN-Mission nannte die Berichte »zionistische Fälschungen«. Teheraner Staatsmedien bezeichneten Trump als »Kriegshetzer«.