Britische Arbeitnehmer fühlen sich in fast allen Bereichen ihres Lebens optimistischer als in den letzten fünf Jahren. Die Pension ist jedoch die klare Ausnahme, wie die jüngste Global Sentiment Survey von Fidelity International zeigt.
Die Umfrage, die in diesem Jahr ihr fünftes Jahr erreicht, sammelte Antworten von über 38.000 Erwerbstätigen in 35 Märkten weltweit. In Großbritannien teilten 1.000 Mitarbeiter ihre Meinung. Der Optimismus lag in diesem Jahr bei 54 %, was auf 52 % im Jahr 2024 und 48 % im Jahr 2023 anstieg. Die Befragten bewerteten ihre Finanzen, ihre Arbeit und ihre Gesundheit häufiger als „gut“ als in den Jahren zuvor.
Diese positive Entwicklung bricht zusammen, wenn es um die Pension geht. Die Arbeitnehmer zeigen deutlich weniger Vertrauen in langfristige Ziele. Nur 29 % fühlten sich finanziell gut für den Ruhestand gerüstet. Ebenso gering war das Vertrauen in die Vorbereitung auf das spätere Leben, mit 31 %. Kürzere Ziele fanden stärkere Unterstützung: 36 % für die Tilgung von Schulden, 42 % für die Aufrechterhaltung ihres aktuellen Lebensstils und Einkommens.
Stressfaktoren ergeben ein vollständigeres Bild. In den letzten sechs Monaten nannten 69 % der britischen Arbeitnehmer den Lebenshaltungskosten und die Inflation als größte Sorgen. 66 % sorgten sich um die Wirtschaft, 56 % um globale Politik. Auf persönliche Finanzen bezogen, sorgten sich 50 % um die Altersvorsorge und 47 % um langfristige Ziele. Kürzere Sorgen lagen deutlich hinter: 40 % für Prioritäten und 29 % für Schuldenabbau.
Daniel Smith, Leiter für Arbeitsplatzinvestitionen bei Fidelity International, wies auf eine klare Lücke hin. „Viele fühlen sich bei kurzfristigen Verpflichtungen sicher“, sagte er. „Langfristige Planung, insbesondere für den Ruhestand, bleibt schwierig. Die Mitarbeiter möchten ihr vollständiges finanzielles Bild an einem Ort und sehen, wie ihre heutigen Entscheidungen morgen Auswirkungen haben.“
Unterstützung durch den Arbeitgeber macht einen Unterschied. Mitarbeiter, die von ihrem Arbeitgeber finanzielle Gesundheitsprogramme erhalten, berichteten von 46 % Zufriedenheit mit ihrer Arbeit. Die ohne solche Programme kamen auf 30 %.
Smith betonte die Bedeutung von Arbeitsplätzen. Arbeitgeber, als vertrauenswürdige Anführer, können Werkzeuge, Bildung und Ressourcen anbieten. Dazu gehören digitale Plattformen, die Sparen, Renten und Investitionen zusammenbringen. Auch persönliche Beratung hilft. „Wenn Mitarbeiter für den langfristigen Weg ausgestattet sind, steigert das die Geschäftsaktivität durch mehr Engagement, Produktivität und Resilienz“, fügte er hinzu.
Fidelity plant für dieses Jahr umfangreiche Investitionen. Neue digitale Tools werden künstliche Intelligenz nutzen, um persönliche Planung vor und während des Ruhestands zu ermöglichen. Das Unternehmen möchte auch Investitionsoptionen erweitern, um ein stabileres Einkommen in späteren Jahren zu gewährleisten.
Die Umfrage unterstreicht einen geteilten Geist unter britischen Arbeitnehmern. Das tägliche Leben sieht heller aus, obwohl wirtschaftliche Druck bestehen. Der Ruhestand bleibt jedoch die ständige Wolke.
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