Präsident Donald Trump kündigte an, dass die USA die Mehrheitskontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel bewiesene Ölreserven in Venezuela erlangt haben, ohne Kosten für die amerikanischen Steuerzahler, berichtete The Guardian. Trump schrieb, dass der Deal die amerikanischen Ölreserven verdoppeln würde. „Dieser Deal ist ein großer Gewinn für das amerikanische und venezolanische Volk“, erklärte Senator Marco Rubio in sozialen Medien.

Details des Deals unklar

Trump’s Ankündigung enthielt kaum Details zur Struktur des Abkommens, zu den beteiligten Feldern oder Unternehmen oder wie die USA die Mehrheitskontrolle über die Reserven ausüben würden, wie The Guardian feststellte. Venezuela verfügt geschätzt über 303 Milliarden Barrel bewiesene Ölreserven, die weltweit höchste, while Berichten zufolge lag der Fokus auf einem US-Anteil an Venezuelas vielversprechendsten Öl- und Gasfeldern mit etwa 90 Milliarden Barrel bewiesenen Reserven.

Strategische und politische Motivationen

Seit Januar, als die USA den ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro aus dem Amt entfernten, versucht Washington, eine stabile Lieferung venezolanischen Rohöls an US-Raffinerien sicherzustellen und gleichzeitig US-Investitionen in die marode Energieindustrie des OPEC-Landes zu fördern, das täglich 1,25 Millionen Barrel Rohöl produziert. Trump steht zudem unter Druck vor den November-Midterm-Wahlen, da die Benzinpreise steigen, was durch günstigere Ölquellen und eine höhere Produktion gemildert werden könnte.

Die USA suchen zudem nach Wegen, ihre strategischen Ölvorräte aufzufüllen, darunter auch Rohöl-Tauschgeschäfte mit US-Produzenten. Der Wall Street Journal berichtete, dass die Trump-Administration in fortgeschrittenen Gesprächen mit Venezuela stehe, um einen direkten Anteil an mehr als einem Dutzend Ölfeldern zu erlangen, die fast ein Drittel der riesigen Energievorräte des Landes beherbergen. Axios berichtete ebenfalls über die Verhandlungen, wobei ein US-Beamter den Deal als „massive“ bezeichnete.

Reaktionen in der Heimat und im Ausland

SZ.de berichtete, dass einige Trump-Anhänger von seinem Schritt überrascht seien, da er bislang als anti-interventionistischer Führer wahrgenommen wurde. J. D. Vance, der zuvor eine Kolumne mit dem Titel „Trump’s Best Foreign Policy? — Not Starting Any Wars“ veröffentlichte, unterstützt nun die Intervention in Venezuela im Rahmen der America First-Politik. Kritiker argumentieren, dass der Deal imperialistische Taktiken nachahme, während Unterstützer ihn als notwendigen Schritt zur Stärkung der US-Energiesicherheit und wirtschaftlichen Interessen darstellen.