Ein in Singapur registriertes Schiff. Die Ever Lovely, wurde nahe des Hormus-Straßengitters angegriffen, was Sorgen um einen fragilen Waffenstillstand zwischen USA und Iran auslöste, berichtet Al Jazeera — Laut dem britischen Marine- und Bergungsamt (UKMTO) wurde die Brücke des Schiffes beschädigt; Alle Besatzungsmitglieder waren jedoch unverletzt, und es gab keine Umweltverschmutzung.
Anschuldigungen und Eskalation
Iran beschuldigte die USA, den am 17. Juni unterzeichneten Memorandum of Understanding (MoU) verletzt zu haben, um die Region zu stabilisieren. Die USA erwiderten die Vorwürfe. Der MoU war als Vorstufe für umfassende Verhandlungen über das Hormus-Straßengitter gedacht, einen kritischen globalen Handelsweg. Laut Al Jazeera hatte Iran zuvor Schiffe gewarnt, vor der Arbeit im Kanal eine Genehmigung einzuholen. Dennoch setzte sich der Verkehr über alternative Routen fort.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf beschuldigte die USA, drei Schlüsselpunkte des zehnpunktigen Plans verletzt zu haben. Er betonte, ein bilateraler Waffenstillstand sei unter den aktuellen Umständen “sinnlos”. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi forderte die USA auf, Israel zu veranlassen, seine Angriffe auf Libanon zu beenden. Er erklärte: “Die Bedingungen für den Waffenstillstand zwischen Iran und den USA sind klar und eindeutig: Die USA müssen sich entscheiden – entweder Waffenstillstand oder Krieg über Israel. Beides geht nicht”, berichtet Kronen Zeitung.
Regionale und globale Reaktionen
Die Europäische Union arbeitet mit der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) daran, eine langfristige Regierung in Gaza vorzubereiten. Laut dw.com sind Pläne für die Ausbildung von 3000 palästinensischen Polizeibeamten in Arbeit, die Zahl könnte auf 13000 steigen. Die USA betonen jedoch, dass die PA Reformen umsetzen müsse, bevor sie die Kontrolle übernehmen könne. Israel lehnte jede Rolle der PA bei der zukünftigen Regierung in Gaza ab.
Am Donnerstag töteten israelische Angriffe in Khan Younis fünf Menschen, berichten gesundheitspolitische Behörden in Gaza, die unter der Kontrolle von Hamas stehen. Die Angriffe waren die tödlichsten seit Beginn des Waffenstillstands am 10. Oktober. Gleichzeitig betonte die EU-Diplomatin Kaja Kallas, dass Palästinenser die Wiederaufbaumaßnahmen in Gaza leiten sollten.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen genehmigte einen US-Friedensplan, der einen schrittweisen Abzug Israels aus Gaza vorsieht. Eine gemischte Streitmacht aus ausgebildeten palästinensischen Polizisten und einer Internationalen Stabilisierungsstreitmacht soll die Sicherheit übernehmen. Der Plan zielt darauf ab, die Region zu stabilisieren und weitere Eskalationen zu vermeiden.
Wirtschaftliche und geopolitische Auswirkungen
Trotz der eskalierten Spannungen sanken die Ölpreise aufgrund der Hoffnung, dass der Verkehr durch das Hormus-Straßengitter sich weiter erholen wird. Iran hat jedoch angekündigt, den Ölfrachterverkehr durch den Kanal aus Protest gegen israelische Aktionen in Libanon ausgesetzt zu haben, was gegen die Bedingungen des US-Iran-Abkommens verstößt.
Laut der Nachrichtenagentur Fars haben iranische Militärs gewarnt, dass Ölfrachter keine Passage erhalten würden, es sei denn, sie koordinieren sich mit den Revolutionsgarden. Laut der gleichen Quelle passierten nur zwei Ölfrachter den Kanal, bevor die Sperrung erfolgte.
Die geopolitischen Spannungen spiegelten sich auch in den Finanzmärkten wider. Asiatische Aktien gingen mit Verlusten an den Start, doch Fortschritte in den Friedensverhandlungen zwischen USA und Iran beruhigten Befürchtungen vor einer Eskalation, berichtet TMGM. Der Nikkei 225 in Japan stieg um über 2 %, nachdem Katar und Pakistan einen 60-tägigen Fahrplan zur Sicherung eines endgültigen Friedensabkommens bekanntgaben. Der KOSPI in Südkorea und der Hang Seng in Hongkong verzeichneten jedoch Verluste von über 1 % an diesem Tag.
Militäranalysten warnen, dass bei einer Eskalation der Konflikt die USA direkt in einen Krieg mit Iran hineinziehen könnte, insbesondere wenn amerikanische Bürger oder Vermögenswerte ins Visier genommen werden. Die USA haben bereits einige Personal abgezogen und Iran scharfe Warnungen erteilt, falls es Angriffe auf ihre Interessen gibt.
Ein möglicher Abzug Irans vom Waffenstillstand und die Schließung des Hormus-Straßengitters haben Angst vor einem breiteren regionalen Konflikt ausgelöst. Die Atombehörde der Vereinten Nationen warnte zudem, dass ein endgültiges Abkommen zwischen USA und Iran starke Sicherheitsvorkehrungen benötige, um zu verhindern, dass Iran eine Atomwaffe entwickelt.
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