Palantirs Verträge mit britischen und US-Regierungen

Karps Ansichten sind relevant, da sein Unternehmen eine wachsende Liste von britischen Regierungsverträgen hat. Dazu gehören das NHS, das Verteidigungsministerium (MoD), die Financial Conduct Authority und elf Polizeikorps. Palantir hat zudem mehrere Millionen Dollar wertige Verträge mit der US-Regierung und anderen mächtigen Regierungen.

Die Rolle von Palantir in staatlichen Einrichtungen hat Bedenken ausgelöst. Einige befürchten die Einflussnahme seiner Führung, bedingt durch die umfangreichen Verträge des Unternehmens. Professorin Shannon Vallor von der Universität Edinburgh sagte: „Jede Warnung für die Demokratie muss ertönen.“

Palantirs Technologie und Kontroversen

Palantir beschreibt seine Arbeit als vergleichbar mit Kanalisation – das Verbinden von verstreuten Datenspeichern. Die Produkte des Unternehmens ermöglichen die Analyse großer, oft inkompatibler Datensätze, einschließlich kommerzieller KI-Systeme. Der Berater Tom Bartlett, der zuvor am NHS-Federated Data Platform gearbeitet hat, sagte, Palantir sei „besonders geeignet, um die chaotischen NHS-Datenprobleme der letzten 25 Jahre zu lösen.“

Palantir ist zudem ein großer Rüstungskonzern. Seine KI-gestützte „Kriegsführungstechnologie“ wird von NATO, Ukraine und den USA in ihrem Konflikt mit dem Iran eingesetzt. Im Vereinigten Königreich hat das Verteidigungsministerium einen dreijährigen Vertrag im Wert von 240 Millionen Pfund für Technologie unterzeichnet, die den sogenannten „Kill-Chain“ unterstützt, bei dem Daten zusammengeführt werden, um schneller Angriffspläne gegen Feindziele zu generieren.

Kritiker argumentieren, dass die Arbeit mit der US-Einwanderungsbehörde und der israelischen Armee Palantir diskreditieren sollte. Palantir beschäftigt etwa 950 Mitarbeiter in Großbritannien, was 17 Prozent der weltweiten Belegschaft ausmacht. Andere zitieren die Meinungen von Palantir-Mitgründer und Vorsitzenden Peter Thiel, einem libertären Unterstützer Donald Trumps, sowie Karp, als Gründe, das Unternehmen auszuschließen.

Kontroverse Ansichten und politische Haltungen

Karps Politik ist komplex. Berichten zufolge spendete er an die Präsidentschaftskampagnen der Demokraten Joe Biden und Kamala Harris, doch er bezeichnet stolz sein Unternehmen als „anti-woke“. Seine Ansichten sind vielen auf der linken Seite unangenehm. In seinem X-Posting schrieb Karp, dass einige Kulturen „Wunder“ geschaffen hätten, während andere „rückständig und schädlich“ seien. Er kritisierte den Westen dafür, dass er „nationalen Kulturen im Namen der Inklusivität widerstanden“ habe.

Die Verteidigung der Demokratien erfordere „harte Macht“, sagte er, während „theatralische Debatten über die Vorteile der Entwicklung von Technologien mit kritischen militärischen und nationalen Sicherheitsanwendungen“ dazu führen würden, dass die USA gegenüber ihren Wettbewerbern an Boden verlieren. Karp argumentierte, dass das Zeitalter der Atomabschreckung vorbei sei und durch eine Abschreckung ersetzt werde, die auf KI basiere. Er sagte, die Verteidigung der Demokratie sei eine gemeinsame Pflicht, und Nationaldienst solle eine „universelle Pflicht“ sein.

Karp kritisierte die Nachkriegs-„Entmachtung“ Deutschlands und Japans, bezeichnete die „Entmachtung“ Deutschlands als „Überkorrektur, für die Europa nun einen hohen Preis zahlt“. Er hat einen Doktortitel in Sozialtheorie und ist einer von mehreren reichen Tech-Führern, darunter Elon Musk, die politische und ideologische Theorien verbreiten.

Professorin Vallor sagte, „nicht gewählte Männer“ wie Karp würden „ihre eigenen ‚großen Erzählungen‘ von kultureller Überlegenheit, militarisiertem Kontrollbedarf und öffentlicher Macht ohne öffentliche Rechenschaftspflicht“ durchsetzen. Dr. Rhiannon Mihranian Osborne von der Gesundheitskampagnengruppe Medact sagte: „Jeder Tag, an dem das NHS diesen Vertrag mit Palantir fortsetzt, macht unser Gesundheitssystem mitschuldig an Palantirs gewaltsamen Operationen, wie KI-Kriegsführung, und an dessen erschreckender Ideologie.“

Palantir reagierte in einer Erklärung gegenüber der BBC, dass es „sehr stolz“ sei, dem britischen Staat dabei zu helfen, mehr NHS-Operationen durchzuführen, Krebsdiagnosen zu beschleunigen, die Royal Navy-Schiffe länger auf See zu halten und häusliche Gewalt zu bekämpfen. Das Gesundheitsministerium verwies auf Äußerungen im April von Gesundheitsminister Wes Streeting, der die Nutzung der Technologie verteidigte, aber zugab, dass er „kein Fan“ der Palantir-Führung sei und einige ihrer Aussagen in den USA „abominabel“ fand.