Beamte, die mit dem Board of Peace von US-Präsident Donald Trump verbunden sind, prüfen laut mehreren Quellen, einschließlich eines Artikels in der Financial Times, die Einführung einer Stablecoin, die an den US-Dollar gebunden ist, in Gaza. Das Projekt befindet sich noch in den frühesten Planungsstadien und würde nicht die bestehende palästinensische Währung ersetzen, sondern vielmehr digitale Transaktionen für Gaza-Bewohner ermöglichen, in einer Region, in der die traditionelle Bankinfrastruktur stark beschädigt wurde.
Finanzielle Normalität in einer Kriegsregion wiederherstellen
Die Stablecoin würde an den US-Dollar gebunden sein, um einen stabilen Wert zu gewährleisten und Zahlungen für Hilfsgelder, Gehälter und tägliche Güter und Dienstleistungen ohne Abhängigkeit von knappen Bargeldmengen ermöglichen. Die Idee wird von Liran Tancman, einem israelischen Tech-Unternehmer und ehemaligen Reservisten, geführt, der als unbezahlter Berater für das Board tätig ist.
Es laufen Gespräche, um palästinensische und Golf-Arabien-Unternehmen mit Expertise in digitalen Währungen einzubeziehen, um die Umsetzung zu unterstützen. Das Board of Peace sowie eine mögliche Übergangsregierung in Gaza würden voraussichtlich das regulatorische Rahmenwerk, den Zugriff und die Umsetzungsdetails bestimmen, obwohl nichts endgültig festgelegt ist.
Laut der Financial Times ist der Vorschlag Teil der umfassenderen Bemühungen des Boards, die Wirtschaft Gazas nach Jahren des Krieges zu rekonstruieren. Das Board wurde im Frühjahr 2026 nach Zustimmung des UN-Sicherheitsrates offiziell gegründet, wobei Trump 10 Milliarden US-Dollar für die Finanzierung zugesagt hat und von den Mitgliedsstaaten jeweils 1 Milliarde Dollar als Beitrag für die Teilnahme verlangt hat.
Geopolitische und praktische Bedenken
Einige betrachten die Stablecoin als praktische Möglichkeit, die finanzielle Normalität wiederherzustellen und möglicherweise die Abhängigkeit von unregulierten Bargeldflüssen zu verringern, was Kanäle für Gruppen wie Hamas begrenzen könnte. Andere haben jedoch Bedenken hinsichtlich Überwachung, Kontrolle über Transaktionen, begrenzter Internetinfrastruktur in Gaza und weiterer geopolitischer Auswirkungen geäußert.
Ähnliche Ideen wurden bereits in früheren Planungen für den Nachkriegszeitraum in Gaza im Zusammenhang mit Trump besprochen, einschließlich digitaler Tokens für Umzug oder Entwicklungsincentives. Dieser Stablecoin-Vorschlag ist jedoch anders, da er sich auf Zahlungen statt auf Land oder Incentives konzentriert.
Das Board of Peace, das von Trump geleitet wird, fand am 19. Februar 2026 seine erste Sitzung in Washington, D.C., im umbenannten Donald J. Trump United States Institute of Peace. Es dient als internationale Organisation mit einem breiteren Potenzialmandat jenseits von Gaza, die Rekonstruktion zu überwachen, Gelder zu mobilisieren und die Verantwortung sicherzustellen, bis die palästinensische Behörde nach Reformen die Kontrolle übernehmen kann.
Die Wiederherstellung Gazas: Ein multinationaler Auftrag
Trump hat 10 Milliarden Dollar aus den USA für das Board und die Bemühungen um Gaza zugesagt, während über 40 Länder, einschließlich Golfstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Saudi-Arabien und anderen wie Kasachstan, Aserbaidschan, Marokko und Bahrain, mindestens 7 Milliarden Dollar als Anzahlung für die Wiederherstellung und Nothilfe zugesagt haben.
Dies ist nur ein Bruchteil der insgesamt geschätzten Bedarfe. Die Weltbank prognostiziert, dass 50 bis 53 Milliarden Dollar benötigt werden, wobei einige Quellen bis zu 70 Milliarden Dollar nennen, aufgrund der umfassenden Kriegsschäden. Ein Nationaler Ausschuss für die Verwaltung von Gaza (NCAG), bestehend aus 15 palästinensischen Technokraten, kümmert sich um die Wiederherstellung öffentlicher Dienste, ziviler Institutionen und täglicher Stabilisierung.
Die Pläne bauen auf einem Waffenstillstands- und Geiselabkommen von 2025 auf und zielen auf ein „entradikalisiertes, terroristenfreies“ Gaza mit Wohlstand ab. Trump hat das Projekt als Weg zum dauerhaften Frieden beworben, wobei einige ihn für den Friedensnobelpreis 2026 nominiert haben. Skepsis bleibt jedoch bestehen, da viele westliche Verbündete skeptisch oder vollständig abgelehnt haben, da sie befürchten, dass es dem UN-System ähnelt oder palästinensische Eingaben fehlen.
Kritiker beschreiben den Plan als von oben nach unten gestaltet und fokusiert auf Immobilien, was Gaza möglicherweise spalten oder politische Ambitionen für Staatlichkeit in den Hintergrund drängen könnte. Die Umsetzung steht vor Herausforderungen wie anhaltenden Sicherheitsproblemen, riesigen Finanzlücken, Infrastrukturschäden und Debatten über Kontrolle und Überwachung in digitalen Systemen.
Trotz dieser Herausforderungen setzt das Board of Peace seine Vision für Gaza fort, einschließlich Vorschlägen, 100.000 Wohnungen für etwa 500.000 Bewohner zu bauen, 5 Milliarden Dollar für die erste Infrastruktur und Gaza in ein wirtschaftliches und investitionsfreundliches Zentrum zu verwandeln.
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