PORT OF SPAIN — Der Ausschluss von Trinidad und Tobago aus der EU-Schwarze Liste nicht kooperierender Steuerjurisdiktionen ist ein bedeutender Erfolg, erklärte ehemaliger Planungs- und Wirtschaftsminister Bhoe Tewarie. Die Streichung wurde letzte Woche bekannt gegeben und verbessert die internationale Finanzposition des karibischen Staates.
Tewarie war von 2010 bis 2015 im People’s-Partnership-Kabinett tätig. Er nannte die Delisting einen Gewinn, der sorgfältige Pflege erfordert. »Das ist ein Meilenstein, ja. Aber kein Grund für Champagner«, sagte Tewarie am Donnerstag bei einer virtuellen Pressekonferenz. Stattdessen forderte er Politiker auf, dies als Basis für eine stärkere Wirtschaftsstrategie zu nutzen.
Die EU aktualisierte ihre Steuer-Schwarze Liste im Oktober. Trinidad und Tobago wurde gestrichen, nachdem es Mängel bei Steuertransparenz und schädlichen Steuerpraktiken behoben hatte. Beamte in Brüssel bestätigten die Änderung. Das Land hatte 2020 auf die Liste gemusst, weil es unzureichenden Informationsaustausch bei grenzüberschreitenden Steuergestaltungen bot.
Tewarie hob Vorarbeiten früherer Regierungen hervor. Er lobte die Koalition unter Kamla Persad-Bissessar für Reformen wie Aktualisierungen von Doppelbesteuerungsabkommen und Ausbau des automatischen Finanzkonten-Informationsaustauschs. »Die Hauptarbeit begann vor Jahren«, sagte Tewarie. Diese Maßnahmen entsprechen Standards des OECD Global Forums on Transparency and Exchange of Information for Tax Purposes. Trinidad und Tobago erhielt dort 2022 die Bewertung »größtenteils konform«.
Das Team des aktuellen Finanzministers Colm Imbert schloss die Anpassungen ab. Es legte Mitte 2024 Nachweise über Gesetzesänderungen vor. Dazu gehörten Änderungen am Tax Information Exchange Agreements Act und Stärkung der Inland Revenue Division. Imbert feierte die Streichung am Dienstag im Senat als Beweis des Engagements der Rowley-Regierung.
Tewarie warnte dennoch vor Selbstzufriedenheit. Die Staatsverschuldung übersteigt 60 Prozent des BIP, hieß es in Zentralbank-Daten vom September. Die Energiebranche ist volatil: Erdgasförderung sinkt, Ölpreise schwanken. Tewarie plädierte für Diversifizierung jenseits von Kohlenwasserstoffen, etwa in Nicht-Energie-Exporten und digitalen Diensten.
»Vorsichtige Verwaltung sichert diese Erfolge«, sagte Tewarie. Er forderte einen nationalen Wirtschaftsrat mit Privatwirtschaftsexperten. Ohne das drohe ein Rückfall auf EU- oder FATF-Listen, warnte er.
Die Delisting bringt Vorteile. Zugang zu EU-Märkten und Fördermitteln wird leichter, da Schwarze-Listen-Status oft Strafen nach sich zog. Lokale Banken melden bessere Korrespondenzbeziehungen für Handelsfinanzierungen. Die American Chamber of Commerce teilte Tewaries gemäßigte Zuversicht und drängte auf Fortsetzung der Reformen.
Bei der Erholung nach der Corona-Krise betonten Tewaries Äußerungen eine parteiübergreifende Leistung. Oppositionführerin Persad-Bissessar gratulierte auf Social Media, wies aber auf die Rolle ihrer Regierung hin. Der Vorfall zeigt Debatten um Verdienste in der polarisierten Politik.
Für das Haushaltsjahr 2025 steht das Regierungsprogramm zur Probe. Imbert erwartet einen Primärüberschuss durch höhere Energierückzahlungen. Tewarie riet zu Sparpolitik gepaart mit Wachstumsimpulsen wie Anreizen für Erneuerbare Energien und Tech-Start-ups. Seine jahrzehntelange Erfahrung verleiht seinen Mahnungen Gewicht.
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