Der US-Botschafter in Portugal, John Arrigo, hat die Regierung angeregt, ihre veralteten F-16-Kampfflugzeuge durch F-35-Stealth-Jets von Lockheed Martin zu ersetzen. Er argumentierte, dass das moderne Flugzeug Portugal in die erste Liga europäischer Luftstreitkräfte rücken würde.

Im Gespräch mit CNN Portugal am späten Sonntagabend sagte Arrigo, er wolle seine Geschäftskenntnisse nutzen, um Portugal dabei zu helfen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, um das NATO-Ziel von 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2035 zu erreichen, gegenwärtig bei 2 Prozent.

„Der F-35 ist der beste Kampfjet – es handelt sich um einen fünften Generation Stealth-Jet, und er wird die portugiesische Luftwaffe in die Champions League der EU bringen“, sagte Arrigo, wobei er ein Sportmetapher verwendete, um die Überlegenheit des Jets zu betonen.

Der portugiesische Verteidigungsminister Nuno Melo hatte bereits im November gesagt, dass der Auswahlprozess für die Ersatzflugzeuge noch nicht begonnen habe. Arrigo fügte hinzu, dass über 900 F-35-Jets bereits in Dienst oder in Bestellung seien, wovon 25 Prozent aus europäischen Komponenten hergestellt würden.

Der Botschafter sprach auch über die wachsenden wirtschaftlichen Beziehungen Portugals mit China und erklärte, die Trump-Regierung dränge Lissabon nicht, zwischen den USA und China zu wählen. Stattdessen fördert die USA „De-Risikierung“, was Sicherheit im Bereich Cyber und Investitionskontrolle bedeutet.

Seit der Finanzkrise 2011–14 haben chinesische Unternehmen in Portugal expandiert, als niedrigere Asset-Preise ausländische Investoren anlockten. Portugal sicherte sich 2011 einen 78 Milliarden Euro-Kredit von der EU, dem IWF und der EZB, musste aber Austeritätspolitik akzeptieren, die eine tiefe Rezession auslöste.

Chinesische Unternehmen halten nun bedeutende Anteile an Schlüsselindustrien Portugals, darunter die Energieversorgerin EDP (21,4 Prozent von China Three Gorges), der Netzbetreiber REN (25 Prozent von China State Grid) und Finanzinstitute wie Millennium BCP (20 Prozent von Fosun) und Fidelidade (85 Prozent von Fosun).

Arrigo sagte, die USA betrachten sich selbst als „besten Partner“ Portugals, doch möchte man potenzielle Gegner auf Distanz halten. Er erwähnte, dass Portugal 2018 dem chinesischen Belt and Road-Initiative beigetreten sei, und schlug vor, dass die Partnerschaft mit den USA blühen könnte, wenn Lissabon das Projekt verlassen würde, wie Italien 2023 tat.