WASHINGTON — Die ersten Primaries der US-Mittelwahlen 2026, am 3. März abgehalten, boten einen Einblick in das politische Umfeld, in dem sich beide großen Parteien durch die Komplexitäten der aktuellen politischen Lage navigieren müssen. Wähler in Texas, North Carolina und Arkansas stimmten in Schlüsselraces ab, die den anhaltenden Einfluss des ehemaligen Präsidenten Donald Trump und die internen Konflikte innerhalb der Demokraten und Republikaner hervorhoben.

Demokratische Kandidaten streiten über Anti-Trump-Strategie

In Texas wurde die US-Senatsprimaries der Demokraten zum Brennpunkt, bei der die Abgeordnete Jasmine Crockett gegen den Landespolitiker James Talarico antrat. Crockett, bekannt für ihre laute Ablehnung Trumps, stand im Wettstreit mit Talarico, einem ehemaligen Mittelschullehrer, der auf Einheit und Maßhaltigkeit setzt. Das Rennen unterstrich eine entscheidende Debatte innerhalb der Demokraten: Ob man sich auf Anti-Trump-Rhetorik konzentrieren oder eine moderate Strategie verfolgen sollte, um unabhängige und moderate Wähler anzusprechen.

Talarico schien am Abend vor der Wahl in Führung zu liegen, was einen potenziellen Wechsel der Demokratenstrategie andeutete. Seine Kampagne konzentrierte sich auf die Bildung einer breiten Koalition, ein deutlicher Kontrast zu Crockets konfrontativer Haltung. Ein Sieg für Talarico könnte einen bedeutenden Schritt in der Parteibemühung darstellen, sich nach den Niederlagen von 2024 gegen Trump zu erholen.

Trump-Unterstützung prägt Republikaner-Rennen

Die US-Senatsprimaries der Republikaner in Texas sahen einen Kampf um Trumps Gunst unter drei Kandidaten: John Cornyn, Ken Paxton und Wesley Hunt. Das Rennen wurde von Fragen der Loyalität zu Trump dominiert, wobei die Wahl letztlich darauf hinauslief, wer am engsten mit dem ehemaligen Präsidenten verbunden war. Cornyn, ein Vertreter der republikanischen Establishment, und Paxton, ein selbsternannter MAGA-Kämpfer, standen nachdem weder von ihnen mehr als 50 % der Stimmen erzielt wurden, vor einem Rückspiel.

Trump, der trotz niedriger Zustimmungswerte eine dominante Kraft in der Partei bleibt, stellte sich nicht offiziell für einen Kandidaten ein. Stattdessen drückte er seine Unterstützung für alle drei aus, möglicherweise darauf wartend, bis zum Rückspiel im Mai eine Entscheidung zu treffen. In North Carolina unterstützte Trump jedoch Michael Whatley, der die republikanische Senatsprimaries leicht gewann. Trotzdem schafften zwei seiner konservativeren Rivalen etwa 20 % der Stimmen, was potenzielle Risse innerhalb der MAGA-Basis andeutete.

Iran-Konflikt beeinflusst Mittelwahlen

Die jüngsten militärischen Schläge im Iran haben bereits die Mittelwahlen beeinflusst, wobei die republikanischen Kandidaten die Aktionen größtenteils unterstützten, während die Demokraten Bedenken hinsichtlich der fehlenden klaren Ziele äußerten. Der Konflikt, der nur Tage vor den Primaries begann, stellte Fragen bezüglich seines Einflusses auf die Wählerstimmung, insbesondere wenn die Benzinpreise steigen oder US-Verluste zunehmen.

Laut einer Umfrage von Reuters/Ipsos stimmten nur 25 % der Amerikaner den Schlägen zu, was darauf hindeutet, dass die Republikaner Schwierigkeiten haben könnten, die militärische Aktion zu verteidigen. Das Thema hat auch Debatten über Trumps Außenpolitik wiederbelebt, wobei einige MAGA-Anhänger die enge Beziehung der Regierung zu Israel in Frage stellten.

Demokratische Kandidaten, einschließlich Crockett, betonten die menschlichen Kosten des Konflikts, wobei sie die Angst der militärischen Familien hervorhoben. Talarico sprach auch über den tragischen Verlust von US-Truppen und zivile Opfer, was dem politischen Streit eine persönliche Dimension verlieh.

Redistricting prägt das Wahlkampfumfeld

Unter Druck von Trump veränderten die republikanischen Abgeordneten in Texas die Kongressbezirke außerhalb des normalen zehnjährigen Prozesses, was unerwartete Wettbewerbe unter den Demokraten auslöste. Der Abgeordnete Al Green stand gegen Christian Menefee in Konkurrenz, während Julie Johnson von ehemaligem Abgeordneten Colin Allred herausgefordert wurde. Die neuen Bezirkslinien wurden so gezeichnet, um die Chancen zu erhöhen, Sitze in Gebieten mit Mehrheit der Hispaniker zu gewinnen, doch Umfragen deuten darauf hin, dass die Republikaner Schwierigkeiten haben könnten, die Unterstützung unter Hispanikern zu halten.

Die Demokraten hoffen, dass Bobby Pulido, ein Sieger von Latin Grammy, den republikanischen Abgeordneten Monica De La Cruz in einem Schlüsselbezirk ablöst. Gleichzeitig könnten Kalifornien und andere demokratisch dominierte Bundesstaaten Texas folgen und ebenfalls Redistricting durchführen, was möglicherweise den Machtverhältnis in den Wahlen 2026 verändern könnte.

Die ersten Primaries haben den Weg für eine hochumkämpfte Wahlkampfperiode für die Mittelwahlen geebnet, wobei beide Parteien in den kommenden Monaten erhebliche Herausforderungen gegenüberstehen. Mit der Annäherung an die allgemeinen Wahlen im November werden die Ergebnisse dieser Wahlen weitreichende Auswirkungen auf das Machtverhältnis im Kongress und die Richtung der amerikanischen Politik haben.