Donald Trump hat am Freitag ein Dekret unterzeichnet, das die Erhebung zusätzlicher Ad-valorem-Zölle sofort stoppt. Die Zölle basierten auf früheren Maßnahmen zur nationalen Sicherheit, hieß es aus dem Weißen Haus.
„Angesichts jüngster Ereignisse sollen die zusätzlichen Ad-valorem-Zölle gemäß IEEPA nicht mehr gelten und baldmöglichst nicht mehr eingezogen werden“, heißt es im Dekret.
Das US-Oberste Gericht hatte diese Woche die meisten Zölle für überschreitend erklärt. Die Richter urteilten in einer 6:3-Entscheidung, die Maßnahmen verstießen gegen gesetzliche Grenzen der Exekutivgewalt. Nur enge Zölle zu bestätigten Sicherheitsrisiken blieben bestehen.
Weißes Haus-Vertreter bestätigten die sofortige Wirkung. Die Zollbehörde CBP wies Agenten an, die Zölle auf Importe ab Montag einzustellen. Betroffen sind Stahl aus Kanada und Mexiko, Aluminium aus der EU sowie Konsumgüter aus China.
Trump berief sich 2018 erstmals auf den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA). Er argumentierte, das Gesetz von 1977 erlaube schnelles Handeln gegen wirtschaftliche Bedrohungen. Kritiker wie US-Unternehmen und Handelspartner klagten dagegen. Sie warfen vor, IEEPA werde über den Zweck echter Notfälle wie Kriege hinaus ausgedehnt.
Am Dienstag fällte das Gericht sein Urteil. Oberrichter John Roberts schrieb für die Mehrheit. „Die Verfassung weist Zollhoheit dem Kongress zu, nicht der Exekutive“, hieß es im Urteil. Richter Brett Kavanaugh stimmte zu, betonte aber begrenzte Spielräume in Krisen.
Wirtschaftsverbände begrüßten das Urteil. Die US Chamber of Commerce nannte es „Sieg für Rechtsstaat und Verbraucher“. Händler schätzten, die Zölle hätten seit 2018 80 Milliarden Dollar Kosten verursacht, die an Verbraucher weitergegeben wurden. Auto-, Haushaltsgeräte- und Baufirmen litten am stärksten.
Handelspartner reagierten schnell. Kanadas Premier Justin Trudeau hieß die Aussetzung gut. Sie beseitige einen „großen Reizfaktor“ in den Beziehungen, sagte er. EU-Handelskommissar versprach Überwachung der US-Umsetzung und Verzicht auf Vergeltung. Peking schwieg vorerst, Analysten erwarten Aussetzung chinesischer Gegenzölle.
Das Weiße Haus nannte das Dekret pragmatisch. Sprecher Sean Spicer erklärte Trump bleibe für fairen Handel engagiert, respektiere aber Gerichtsgrenzen. „Der Präsident handelte entschieden zum Schutz von Jobs und Sicherheit. Nun neue Strategien“, sagte Spicer.
Zu Rückerstattungen fehlen Details. Importeure, die seit dem Urteil zahlten, können Erstattungen beantragen. Offene Fragen zu früheren Zahlungen drohen neue Klagen.
Der Kongress verfolgt genau. Senatsfinanzausschuss-Chef Chuck Grassley (Rep., Iowa) lobte das Gericht und forderte Gesetzesreform. „Zeit für modernes Handelsdurchsetzungsgesetz“, schrieb er online. Haus-Demokraten wollen Anhörungen zu Zolleinnahmeverlusten von jährlich 20 Milliarden Dollar.
Der Fall zeigt Spannungen in der US-Handelspolitik. Trump setzte auf Zölle als Druckmittel gegen Unfairness. Gerichte und Märkte bremsten ihn. Ökonomen prognostizieren kurzfristige Entlastung für Lieferketten, warnen aber vor Unsicherheit.
Zukünftige Schritte könnten Währungsmanipulation oder Diebstahl geistigen Eigentums treffen. Quellen zufolge plant Trump nächste Woche im Rosengarten die zweite Phase seiner Handelsagenda.
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