Flüge im Nahen Osten sind aufgrund des angespannten Verhältnisses zwischen den USA, Israel und Iran zum Stillstand gekommen. Nachdem US-Präsident Donald Trump am Samstag einen ‘großen militärischen Einsatz’ bestätigte, wurden Flughäfen wie Dubai und Doha geschlossen und tausende Reisende in Verlegenheit gebracht.

Flugverbotszonen stören globale Reiseplanung

Iran und Irak schlossen als erste ihre Luftgebiete, gefolgt von Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dubai International Airport, der weltweit größte Flughafen, schloss kurz vor Mittag Greenwich-Mittelerdezeit alle An- und Abflüge. An einem normalen Tag verarbeitet der Flughafen etwa 250.000 Passagiere, jetzt ist er praktisch abgeriegelt.

Emirates, der größte Flugbetreiber Dubais, hat aufgrund der Schließungen alle Flüge eingestellt. Ebenso hat Qatar Airways alle Flüge zu und von Doha gestoppt. Dadurch sind zahlreiche Reisende festgefahren, viele Flüge wurden umgeleitet oder zum Ausgangspunkt zurückgekehrt.

Passagier Mike Boreham, dessen British Airways-Flug von Dubai nach Heathrow abgesagt wurde, beschreibt die Situation am Flughafen: ‘Hier ist Chaos, stell dir vor, 100 Flugzeuge gleichzeitig abzuheben. Es sind hunderte Menschen, ich habe den Flughafen noch nie so gesehen.’

Rechte der Reisenden und gesetzliche Schutzmaßnahmen

Nach britischen und EU-Vorschriften für Flugreisende sind Reisende, die ihre Reise in Europa begonnen haben, in einer starken Position. Wenn sie in Dubai oder Doha festgefahren sind, haben sie Anspruch auf Unterkunft und Mahlzeiten, bis sie weiterfliegen können. Aufgrund der hohen Zahl betroffener Reisender könnten einige zunächst eigene Kosten tragen und später eine Erstattung beantragen.

Reisende, die Flüge von britischen Flughäfen über Dubai oder Doha nach Asien, Australien oder Afrika gebucht haben, haben Anspruch darauf, so schnell wie möglich mit einem anderen Flugbetreiber weitergereist zu werden. Fluggesellschaften wie Singapore Airlines, Cathay Pacific und Ethiopian Airlines könnten alternative Routen anbieten, um festgefahrenen Reisenden zu helfen.

Reisende, die Flüge von Flughäfen außerhalb der EU und Großbritanniens gebucht haben, haben jedoch keine solchen gesetzlichen Schutzrechte. Obwohl Emirates und Qatar Airways alles tun, um festgefahrenen Reisenden zu helfen, sind sie nicht gesetzlich verpflichtet, Unterkunft oder Mahlzeiten während der Störung zu bieten.

Reiseversicherungen können manche Selbstkosten und eine geringe Entschädigung für lange Verzögerungen abdecken. Die Deckungsgrenzen variieren jedoch je nach Versicherungspolice und den spezifischen Umständen der Störung.

Lange Störung und Wiederherstellung

Viele Flüge, die normalerweise irakische oder iranische Luftgebiete nutzen, müssen jetzt weite Umwege fliegen, was die Reisezeiten deutlich verlängert. Dies wird zu weiteren Verzögerungen führen, da einige Flüge aufgrund der längeren Strecken Zwischenlandungen benötigen. Diese Störungen werden wahrscheinlich auch nach Wiedereröffnung der Luftgebiete anhalten.

Selbst wenn Flüge wieder aufgenommen werden, könnte der Wiederherstellungsprozess langwierig sein. Fluggesellschaften wie Emirates und Qatar Airways arbeiten mit voller Kapazität, und es könnte Tage oder sogar Wochen dauern, bis alle festgefahrenen Reisenden ihr Ziel erreichen. Flugzeuge und Crews befinden sich derzeit an falschen Orten, was die Rückkehr zu normalen Betriebsbedingungen weiter verzögert.

Die aktuelle Situation ist die schwerste Störung im Luftverkehr seit Beginn der Corona-Pandemie. Im Juni 2025 schloss Katar vorübergehend aufgrund eines früheren US-Iran-Konflikts, doch die aktuellen Schließungen in Dubai fügen dem bereits angespannten Luftverkehrssystem eine neue Schicht an Komplexität und Auswirkungen hinzu.

Fluggesellschaften arbeiten Tag und Nacht, um die Krise zu bewältigen, doch die Ausmaße der Störung sind einzigartig. Reisende werden gebeten, sich über Updates ihrer Fluggesellschaften zu informieren und bei Bedarf alternative Reisepläne in Betracht zu ziehen.