FIFA-Präsident Gianni Infantino, mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum und kanadischer Premier Mark Carney posierten während der offiziellen WM-Ziehung 2026 im John F. Kennedy Center in Washington, D.C., am 5. Dezember 2025. Andrew Harnik/Getty Images North America

Irans ungewisse Teilnahme inmitten des Krieges

Nur noch 100 Tage bis zur FIFA-Weltmeisterschaft, doch statt Freude herrscht Unsicherheit. Die jüngsten Angriffe der USA und Israel auf Iran werfen Fragen nach der Teilnahme Irans an dem Turnier mit 48 Mannschaften auf. Dies wäre das erste Mal seit 1950, dass ein Land nach der Qualifikation aussteigt, als Länder wie Schottland, Indien und die Türkei aufgrund der Reisekosten zur WM in Brasilien ausblieben.

Iran ist eine der stärksten Mannschaften Asiens und wird erstmals seit 2018 erneut an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Das Land wird Spiele in Los Angeles und Seattle austragen, wo zahlreiche iranische Ausländer leben. Der Präsident des Iranischen Fußballverbandes, Mehdi Taj, sprach im Fernsehen über die Unsicherheit, wie Reuters und andere Medien berichteten.

„Was wir jetzt sagen können, ist, dass aufgrund dieses Angriffs und seiner Grausamkeit es weit von unseren Erwartungen entfernt ist, die WM mit Hoffnung zu betrachten“, sagte Taj laut der Nachrichtenagentur.

Sicherheitsbedenken in Mexiko

Die Gewalt in Mexiko, ausgelöst durch den Mord an dem Kartellboss Nemesio Oseguera Cervantes, wirft Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des Landes, eines der Gastgeberländer der WM, auf. Mexiko wird 13 Spiele ausrichten, darunter vier in Guadalajara, dem Bundesstaat, in dem die Gruppe von Oseguera Cervantes basiert.

Mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum betonte, dass es keine Risiken geben werde, wenn das Land die WM ausrichtet, während FIFA-Präsident Gianni Infantino seine „absolute Sicherheit“ in Mexiko ausdrückte. Ähnliche Bedenken gab es vor der WM 2010 und 2014 in Südafrika und Brasilien, doch beide Länder schafften es, die Veranstaltungen erfolgreich zu organisieren.

Finanzierungsschwierigkeiten in US-Gaststädten

Finanzierungsschwierigkeiten sind auch ein großes Problem für die US-Gaststädte, die bislang 625 Millionen Dollar an Bundesmitteln für Sicherheitskosten nicht erhalten haben. Die Mittel sollten von dem Department of Homeland Security über die Federal Emergency Management Agency (FEMA) bereitgestellt werden.

Eine Sprecherin von FEMA verwies NPR auf eine kürzlich veröffentlichte Nachricht auf X von Innenministerin Kristi Noem, die erklärte, dass „FEMA in den letzten Phasen der Prüfung von Anträgen stand, um eine ordnungsgemäße Aufsicht sicherzustellen“, doch dass der Teilzeitbetrieb der Agentur „erhebliche Teile des FEMA-Teams in die Verwaltungsgenehmigung“ verlegt habe.

Ray Martinez, Chief Operating Officer des Miami Host Committees, erklärte in einer Anhörung vor dem Kongress, dass das Fehlen dieser Mittel katastrophal für die Planung und Koordination sein könnte. Das Weiße Haus hat bislang noch keine Antwort auf Anfragen von NPR gegeben.

Ticketpreise und Zugänglichkeit

FIFA hat die höchsten Ticketpreise aller Zeiten für eine Weltmeisterschaft festgelegt, was viele Fans davon abhält, an der Veranstaltung teilzunehmen. Die dynamische Preisgestaltung hat Kontroversen ausgelöst; die teuersten Tickets für das Finale in New Jersey wurden zunächst über 6.300 Dollar verkauft, später aber auf fast 8.700 Dollar gestiegen.

Reise- und Unterkunftskosten sind ebenfalls gestiegen und erhöhen die finanzielle Belastung der Fans. Trotz dieser Herausforderungen behauptete FIFA, über 500 Millionen Ticketanfragen in der letzten Verkaufsphase erhalten zu haben. Die Organisation hat jedoch kaum weitere Informationen bereitgestellt, um diese Behauptungen zu untermauern, was es schwierig macht, zu beurteilen, ob die Nachfrage sich auf hochrangige Spiele oder Mannschaften konzentriert.

Auswirkungen der Trump-Politik

Auch die Politik von Präsident Donald Trump und seiner Regierung wirkt sich auf die WM aus. Reisebeschränkungen betreffen nicht nur iranische Fans, sondern auch Fans aus drei anderen Ländern, die sich für das Turnier qualifiziert haben: Senegal, Elfenbeinküste und Haiti.

Trump’s umstrittene Politik hat sowohl inländische als auch internationale Kritik ausgelöst. Früher in diesem Jahr, als Trump die Invasion Grönlands drohte, hoben einige europäische Beamte die Möglichkeit eines Boykotts an, obwohl die Idee nie Fuß fasste. Selbst ehemaliger FIFA-Präsident Sepp Blatter ermutigte Fans, sich „von den USA fernzuhalten“.

Die kürzlichen Angriffe der USA und Israel auf Iran, nachdem die USA den venezolanischen Nicolas Maduro gefangen genommen hatten, haben erneut Aufmerksamkeit auf die umstrittene Verleihung des Friedenspreises durch FIFA während der WM-Ziehung in Washington, D.C., im Dezember gerichtet.

Unsicherheit bei den Besucherzahlen

Die USA haben bereits einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen erlebt, unter anderem aufgrund der erhöhten Grenzkontrollen und der Angst vor Gewalt, die mit hochrangigen Morden im Zusammenhang mit der US-Immigration and Customs Enforcement verbunden ist.

Oxford Economics prognostiziert einen Anstieg der Besucherzahlen im Zusammenhang mit der WM, sodass sich die Besucherzahlen zumindest teilweise in diesem Jahr erholen könnten. Andere Studien zeigen jedoch auf einen Rückgang der Besucherzahlen aus Europa in die USA in diesem Jahr hin.

Es ist ein weiteres Zeichen für Unsicherheit, das auf das bislang größte Turnier hindeutet, das nur noch 100 Tage bis zu Beginn hat.